Delfinarien: Unterschätzte Gefahr für Kinder

Schon lange warnen Experten vor aggressiven Meeressäugern, die in Delfinarien und Ozeanparks eingesperrt sind. Bis jetzt weitgehend ungehört.

Delfine und Wale in Delfinarien und Ozeanparks gelten zumeist als zutrauliche und harmlose Streicheltiere. Doch das ist ein Trugschluss, wie Experten meinen. „Delfine entwickeln in den engen Becken Frustrationen und können beispielsweise bei zu engem Kontakt Menschen angreifen“, erklärt Meeresbiologin Tanja Breining von der Tierrechtsorganisation PETA. „Die Meeressäuger haben einfach keine andere Möglichkeit sich auszudrücken, sich zu wehren.“ Der deutsche Tierrechtler Frank Albrecht führt an, dass im Duisburger Delfinarium Tiere ihre Pfleger mit den Schnäbeln an den Händen geschlagen und ihnen brutal die Futtereimer entrissen hätten. Tatsächlich kommt es im Umgang mit den gefangenen unberechenbaren Wildtieren immer wieder zu tödlichen Angriffen auf Menschen: Bei einer Show im Loro Park auf Teneriffa zog im Dezember 2009 ein Orca-Wal den Tiertrainer auf den Beckenboden bis dieser ertrank. Im Februar 2010 packte bei einer Vorführung im Sea World Themenpark in Orlando, Florida ein Orca eine Trainerin und verschwand mit ihr in der Tiefe des Beckens. Auch sie konnte nur noch tot geborgen werden. Albrecht: „Unter Stresssituationen töten sich Delfine sogar untereinander oder die Babys anderer Mütter.“ Doch obwohl Experten vor aggressiven Reaktionen der Tiere warnen, machen Delfinarienbetreiber weiter Kasse mit einem möglichst nahen Kontakt mit den Meeressäugern. Ihre Kunden: Kinder. Nicht nur bei den umstrittenen Delfintherapien, sondern auch bei Showeinlagen. Darin werden Kinder zur Belustigung des Publikums ohne Begleit- oder Schutzperson, nur in einem winzigen Boot, von Delfinen durch die Becken gezogen. Zur Belohnung darf das ausgewählte Kind den Delfin dann noch füttern, ganz nahe bei ihm sein. Dem Autor liegen Aufnahmen der Tierrechtsorganisation PETA vor, die belegen, wie aus einem scheinbaren Riesenspaß schnell gefährlicher Ernst werden kann. Im „Connyland“ in Lipperswil werden zwei Kinder mit Schwimmwesten im Boot durch das Wasser gezogen. Doch das Boot kentert, ein Kind fällt ins Becken, wird sofort von den Delfinen umkreist. Schnell springt der Tiertrainer hinterher, rettet das Kind. „Ein Kind erschrickt schnell, schreit vielleicht noch, der Delfin geht dabei eventuell von einem Angriff aus und reagiert aggressiv“, sagt Tierrechtler Frank Albrecht. „Es ist ignorant und extrem fahrlässig Kinder mit Delfinen zusammenzulassen.“ Cathy Williamsion von der „Whale and Dolphin Conservation Society“ meint: „Durch ihre enorme Körperkraft können Delfine Kinder auch unabsichtlich Schaden zufügen.“ Zudem könnten sie besonders leichte Kinder ins Wasser zurückziehen und sogar ertränken. „Weil jederzeit mit einer aggressiven Reaktion der Delfine gerechnet werden kann, betrachten wir diese Unterhaltungselemente, in denen Kinder mit einbezogen werden, als grobfahrlässig!“ ergänzt Jürgen Ortmüller vom „Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF).“ „Wir fordern ein Verbot solch gefährlicher Aktionen! Die Delfinarien-Betreiber stehen in der Pflicht.“

Zu dieser Thematik habe ich mit dem bekannten Moderator Hans Meiser eine DVD produziert:

Dolphin Prison – Das lächelnde Sterben der Delfine

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Stereo)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Studio: AV Visionen GmbH
Erscheinungstermin: 17. Dezember 2010
Produktionsjahr: 2010
Spieldauer: 60 Minuten
Preis: EUR 19,99 (inkl. MwSt.)

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