Bezness (3): Auf den Spuren der Liebesmafia (Kenia)

Wie der erste Bezness-Artikel hat auch der zweite für eine große Leserschaft gesorgt.  Nachfolgend, gemäß dem vorherigen Motto, veröffentliche ich den Auszug meines Filmtreatments „Auf den Spuren der Liebesmafia“. Diesesmal bin ich mit meinem Team in Kenia unterwegs, genauer an der Diani-Beach bei Ukunda in der Nähe von Mombasa. Auch hier haben  Beznesser wieder vor versteckter Kamera ausgepackt („R“ steht wieder für „Reporter“):

„Abchecken, Angraben  und Beobachten – das hat Methode bei vielen Beachboys.

Das bestätigt auch Pelu. Seit 13 Jahren kennt er die  Szene am Strand. Unter einem Vorwand treffen sich die Reporter mit ihm und seiner Gang.

Situative O-Töne:

 

R: Ich habe gestern gehört in der Diskothek, dass ein afrikanischer  Mann einer weißen Frau gesagt hat, ich liebe dich, ich möchte dich heiraten und sie hat gesagt, ich kenne dich erst zwei Tage. Es gibt doch bestimmt auch Leute, die das als Business machen oder nicht?

P: Ja, ist etwas Geschäft, du weißt, Geschäft ist überall.

R: Ist es einfach, dass sich die weißen Frauen in schwarze Männer verlieben, gibt es da Tricks irgendwie?

P: Ja, ab und zu mal schon Tricks.

 (…)

Zuvor erhalten ihre Kollegen  einen heißen Tipp: Händler berichten von einem Mann, der westliche Frauen gleich reihenweise abzocken soll.

Den Reportern gelingt es schließlich sich mit dem mutmaßlichen Beznesser zu treffen, ihn vor versteckter Kamera auszufragen.

Der 30jährige Muslim Samir ist mit einer Einheimischen verheiratet. Sie lebt mit den beiden kleinen Söhnen 700 Kilometer entfernt in der Nähe von Nairobi. Samir verkauft am Strand Safaris, doch die Einnahmen reichen nicht aus. Fieberhaft sucht er überall Kontakt zu reichen Touristinnen.

  

Situative O-Töne:

S: Die habe ich hier, auf der Straße kennen gelernt, die andere im Shakatak (gemeint ist eine Disco in Ukunda/GG), die andere auf  Safari, die andere auf der Straße. Drei…

S: Und wenn eine sagt, ich komme im September und die  die andere sagt ich komme gleichzeitig, sage ich nein, im September bin ich nicht da, komm 2 Wochen später, dann bin ich wieder da. Inzwischen bin ich wieder im Urlaub mit einer…

R: Also immer nacheinander kommen lassen?

S: Ja, ja..

R: Und wenn die da sind, zahlen die auch, oder?

S: Ja, ja, die zahlen! …Ich habe einmal Urlaub gemacht mit einer Polin, die Milchkuh. Urlaub im Privathaus, nicht im Hotel.

R: Du hast gerade gesagt, du hast eine Milchkuh…

S: Das ist  kein gutes Wort aber das sage ich zu den Leuten, die ich nicht liebe, ich will nur Geld saugen.

 Die  Milchkühe, wie Samir sie bezeichnet, zahlen auch  wenn sie längst schon wieder zu Hause sind.

Situative O-Töne:

R: Wie machst du das? Sagst du einfach gib mir Geld, oder schicke mir mal, mir geht’s schlecht?

S: Ja, ja, ja…Pass auf. Ich bin krank oder ich habe ein Problem oder ich will mein Haus renovieren, habe kein Geld, mein Geschäft läuft nicht gut, du weißt ich bin arbeitslos, ich lebe nur von Touristen.

R: Dann geben sie dir das Geld?

S: Ja, dann überweist sie. In 10 Minuten habe ich das Geld…

R: So schnell geht das?

S: Ja, ja…

R: Dann kannst du aber gut leben davon?

S: Ja, ich kann gut leben.

R: Wenn jetzt eine kommt, finde dich cool, will dich heiraten, und du liebst sie ja nicht, würdest du es trotzdem machen?

S: Ja…

R: Hast du eigentlich eine Frau, eine einheimische Frau?

Die weiß aber nichts von den weißen Frauen?

S: Doch…

R: Und sie hat nichts dagegen, dass du weiße Frauen hast?

S: Nein,  weil ich habe ihr gesagt,  die weißen Frauen haben mich vom Anfang meines Lebens hochgebracht, also hast du nichts zu sagen über diese Frauen. Du könntest mir gar nicht ein Haus bauen, mein Leben leisten. Also ich liebe dich, du liebst mich.

R: Gibt es auch noch andere Männer die das so machen mit den Frauen?

S: Ja, es gibt viele! Es gibt Männer, die bekommen 1000 Euro, wirklich, das schwöre ich dir!

Jetzt möchten die Reporter Samirs Haus auch sehen, das er sich von Frauen aus dem Westen finanzieren lässt. Samir willigt ein. Unterwegs in die Armenviertel von Ukunda zeigt er Fotos.

Situative O-Töne:

 R: Wer ist das? Die Frau, wer ist das?

S: Das ist die, die mir das Haus gebaut hat.

R: Ja, ja…

Regelmäßig kommt die 20 Jahre ältere Deutsche  nach Kenia, glaubt Samirs Liebesschwüren immer wieder. Zahlt dem Beznesser monatlich Geld.

Stolz zeigt dieser den Reportern eine Quittung von den Geldüberweisungen.

Angekommen in Ukunda  führt Samir die Reporter durch sein Wohnviertel.

Dann stehen sie vor dem neu gebauten Haus, finanziert durch Abzocke deutscher Touristinnen.

1 Million Kenianische Schilling hat es gekostet.

Das sind rund 10.000 Euro.

 Situative O-Töne:

R: Habt ihr das selber gebaut? Gibt’s da Leute die das bauen?

S: Ja, ja, da gibt’s Leute die das bauen. Sie schickt Geld und ich kontrolliere alles. Ich gehe nicht an den Strand, nur hier Kontrolle.

R: Dann überweist sie auf einmal den ganzen Betrag oder immer verschieden?

S: Nein, nein…

R: Immer verschieden?

S: Wenn was fehlt, dann telefoniere ich und sie überweist.

R: Schicken dir die anderen Frauen auch Geld, die anderen zwei oder nur die Deutsche?

S: Die anderen schicken auch, aber wenig.

R: Und was schicken die da so?

S: Monatlich sie überweist 200 Euro, manchmal 200 Euro, manchmal 150.

R: Aber das ist doch viel Geld oder?

S: Ja, sehr viel Geld.

S: Jetzt muss ich noch viel Geld sparen um das hier als Wohnzimmer zu sehen.

 

Draußen auf der Terrasse wird Samir noch deutlicher.

 

 Situative O-Töne:

S: Viele Jungs haben weiße Frauen aber haben keine Ideen.

R: Und du hast weiße Frauen und hast Ideen..

S: Ja…

 

Beznesser Samir führt die Reporter wieder nach draußen. Sie haben  genug gesehen und gehört.

(…)

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