Gedanken gegen den (bevorstehenden) Krieg (2)/Thoughts against the (imminent) war (2)

Literaturnobel-Preisträger Hermann Hesse (1877 – 1962) war schon früh ein Mahner gegen den Krieg. In seinem 1927 erschienenen Roman „Der Steppenwolf“ deutete er bereits die Möglichkeit (nach dem 1. Weltkrieg) für ein neues Massenschlachten an, das sich zwölf Jahre später dann auch realisierte.

Hermann Hesse ist einer der meistgelesenen deutschen Autoren, vor allem auch im Ausland.

Nachfolgend die Fortsetzung seiner mahnenden Worte gegen den Krieg, zitiert aus dem „Steppenwolf“, die heute leider an ihrer Aktualität nichts verloren haben:

„Die Führer arbeiten stramm und erfolgreich auf den nächsten Krieg los, wir anderen tanzen unterdessen Foxtrott, verdienen Geld und essen Pralinés…“

„Immer so wie heute? Immer nur eine Welt für Politiker, Schieber, Kellner und Lebemänner und keine Luft für Menschen?“

(ANMERKUNG: Im sogenannten „Magischen Theater“ erlebt der Hauptprotagonist in „Der Steppenwolf“ eine Welt, in der Menschen gegen die Maschinen (Automobile) kämpfen und gegen jene, die sie besitzen (die Reichen, die Politiker). In diesem Sinne sollen nachfolgende Zitate verstanden werden)

„Es ist aber in der Tat gleichgültig, wie die Leute heißen, die wir da umbringen. Sie sind arme Teufel wie wir, auf die Namen kommt es nicht an.“

„Nur töten wir nicht aus Pflicht, sondern zum Vergnügen, oder vielmehr: aus Mißvergnügen, aus Verzweiflung an der Welt. Darum macht das Töten uns einen gewissen Spaß. Hat Ihnen das Töten nie Spaß gemacht?“

„Indem meine Mutter mich geboren hat, bin ich schuldig, bin ich verurteilt zu leben, bin verpflichtet, einem Staat anzugehören, Soldat zu sein, zu töten, Steuern für Rüstungen zu bezahlen. Und jetzt, in diesem Augenblick, hat die Lebensschuld mich wieder, wie einst im Kriege, dazu geführt, töten zu müssen. Und diesesmal töte ich nicht mit Widerwillen, ich habe mich in die Schuld ergeben, ich habe nichts dagegen, daß diese dumme, vestropfte Welt in Scherben geht, ich helfe gerne mit und gehe selber gerne mit zugrunde.“

„‚Komisch‘, sagte ich, ‚daß das Schießen so viel Spaß machen kann! Dabei war ich früher Kriegsgegner!'“

„Kaum hatten wir einen Menschen zu Gesicht bekommen, der noch harmlos, friedlich und kindlich sich benahm, der noch im Stand der Unschuld lebte, da schien uns unser ganzes so löbliches und notwendiges Tun auf einmal dumm und widerlich. Pfui Teufel, all das Blut! Wir schämten uns. Aber es sollen im Kriege sogar Generäle zuweilen so empfunden haben.“

„…mit Entsetzen erinnerte ich mich an jene scheußlichen Photographien von der Front, die man während des Krieges zuweilen zu Gesicht bekommen hatte, an jene Haufen ineinander verknäulter Leichname, deren Gesichter durch Gasmasken in grinsende Teufelsfratzen verwandelt waren. Wie war ich damals noch dumm und kindlich gewesen, als ich mich, ein menschenfreundlich gesinnter Kriegsgegner, über diese Bilder entsetzt hatte!“

Quelle: Hermann Hesse: “Der Steppenwolf”, Frankfurt am Main, 2005, S. 194, 233 – 236, 239, 241, 249, 250

 

Thoughts against the (imminent) war (2)

Nobel Prize winner Hermann Hesse (1877 – 1962) was an early warning voice against the war. In his 1927 novel „Steppenwolf“, he already indicated the possibility (after the first world war) for a new mass slaughter, which is twelve years later realized then.

Hermann Hesse is one of the most widely read German authors, especially abroad.

Here is the continuation of his words of warning against the war, quoting from the „Steppenwolf“, which today has unfortunately lost its actuality nothing:

„The leaders are working successfully at attention and go to the next war, dance the rest of us, meanwhile, foxtrot, earning money and eat chocolates …“

„Always like today? Nothing but a world of politicians, sliders, waiters and men about town, and no air to people?“

(NOTE: In the so-called „magic theater“ of the main character experienced in „Der Steppenwolf“ a world struggle in which humans against the machines (cars) and against those who own them (the rich, the politicians) in this sense are below. Quotations are understood)

„There is but indifferent, in fact, the names of the people we kill there. You are poor devils like us, is not the name of it.“

„Only we do not kill out of duty but for pleasure, or rather. Of displeasure, from despair to the world why does killing us some fun If you made the killing never fun.“

„By my mother bore me, I am guilty, I am condemned to live, am obliged to belong to a country to be a soldier to kill, to pay taxes for armaments. And now, at this moment, the survivor guilt me back , as before the war, led to kill to have. And this time I do not kill with reluctance, I have resigned myself to blame, I have nothing against this stupid, vestropfte world goes to pieces, I can help with you and go themselves with like basis. “

„‚Strange,‘ said I, ‚that the shooting could be so much fun! And I used to be opponents of the war!'“

„We had no sooner get a man to face, who acted harmless, peaceful and childish to still lived in the state of innocence, as we all our Sun laudable and necessary actions seemed at once stupid and disgusting. Ugh, all the blood ! We were ashamed. But it should have in the war even generals sometimes felt that way. “

„… With horror I remembered those awful photographs from the front, which had during the war sometimes get to see, were transformed to those clusters together tangled bodies, their faces with gas masks grinning devil masks. As I was still been stupid and childish, as I am, a philanthropic-minded opponents of the war, was appalled at these pictures! “

Source: Hermann Hesse, „Steppenwolf“, Frankfurt am Main, 2005, pp. 194, 233 – 236, 239, 241, 249, 250

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