"Ekel-Jagden des Hochadels"/"Disgust-hunts of the nobility"

Der Adel und die Großwildjagd – zwei Komponenten, die nicht von einander zu trennen sind. Leider. Schon immer mussten Tiere den Jagdgelüsten des blauen Adels zum Opfer fallen, ob in heimischen Gefilden oder in fernen Ländern.

Pikant wird die Tierschlächterei noch mehr, wenn scheinbare Tierfreunde und Tierschützer Jagd auf eben jene machen, die sie eigentlich Kraft ihres Amtes schützen sollten.

So wie der spanische König Juan Carlos, Ehrenpräsident des „World Wide Fund For Nature (WWF)“ (mit rund 5 Millionen Förderer eine der größten Naturschutzorganisationen der Welt, der in mehr als 100 Ländern aktiv ist) der vor wenigen Tagen in Botswana einen Elefanten erlegte, während in seinem Heimatland die Eurokrise weiter wütet. So viel denken „die da oben“ (die Reichen, Mächtigen, Regierenden) also an „die da unten“ (das Volk). Es scheint ihnen einfach egal, hautpsache sie haben Spaß und Zerstreuung bei exotischen Jagden. Da nützt auch die Entschuldigung des Monarchen an das spanische Volk reichlich wenig. Zudem: der WWF setzt sich auch für den Schutz der Elefanten ein!

Einer, der seinen „Jagdkumpan“ Juan Carlos verteidigt, ist Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, Prinzgemahl von Königin Elisabeth II. Er meint, dass durch die Jagd das „Gleichgewicht zwischen den Arten“ hergestellt werden muss, das könne man nicht der Natur überlassen. „Indem man Raubtiere dezimiert, schützt man die Tiere.“  (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/wwf-ehrenpraesident-koenig-juan-carlos-die-rache-des-elefantengottes-1.1332975)

So ist das also, wenn zwei Adelskollegen über die Jagd sinnieren. Dabei war Prinz Philip einmal ebenfalls Präsident des WWF und sollte – wie bereits erwähnt  – für den Tier- und Artenschutz einstehen. Doch er selbst beteiligte sich wohl lieber an der Großwildjagd – fernab der Heimat, in Indien. Seine Beute: ein Tiger, wie ein Artikel des „Spiegel“ aus dem Jahr 1961 verrät.

Quelle: DER SPIEGEL 6/1961 (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43159568.html)

INDIEN / TIGERJAGD

Mit Ekel

 

Vergiß nicht, dich anzuschnallen“, ulkte Prinz Philip, als seine Gemahlin, Ihre Majestät Königin Elizabeth II. von Großbritannien,den zu ihren Ehren mit Wasserfarbe bemalten und mit Gold- und Silberzierat behängten Elefanten „Beauty“ aus dem Stall des Maharadschas von Dschaipur bestieg.

Mit einer Stadtbesichtigung, begann wenige Augenblicke später der umstrittenste Teil der königlichen Reise durch das ehemals britische Indien: Dem Empfang beim Maharadscha folgte

eine wohlvorbereitete Tigerjagd, im Dschungel von Dschaipur, an der sich jedoch die Gemüter der Untertanen Ihrer Majestät erhitzten.

Zwar entsprach eine solche Hatz den Traditionen – Elizabeths Großvater, König Georg V., hat 1911 in wenigen Tagen vier Tiger, vier Bären und 18 Rhinozerosse erlegt -, aber die heutigen Bewohner der britischen Insel sahen in dieser Jagd eher ein Relikt aus einer längst entschwundenen Kolonialepoche.

„Eine Tigerjagd ist das Symbol des ehemaligen Kolonialregimes“, zürnte denn auch der sozialistische „New Statesman“. „Nichts wird mit solcher Sicherheit satirische Kommentare in der indischen Presse auslösen wie diese Jagd.“

Die englische Öffentlichkeit erregte sich allerdings nicht so sehr über den vermeintlichen Rückfall ins Kolonialzeitalter als vielmehr über die Grausamkeit gegenüber der Kreatur. Als bekannt wurde, daß man 14 Tage lang Kälber an hohe Bäume binden wolle, die für den „König der Streifen“ – so lautet in, Indien der poetische Name für das Dschungel-Raubtier – als Lockspeise dienen sollten, äußerten Englands Tierfreunde grimmige Empörung.

In Indien schließlich forderte die Ahimsak-Partei („Partei der Gewaltlosigkeit“), man solle die Tigerjagd vom Besuchsprogramm absetzen. Anderenfalls würden die Führer der Partei in einen Hungerstreik treten.

Konservative Briten hingegen waren außer sich, in welch respektloser Weise an Plänen und Taten Ihrer Majestät Kritik geübt wurde. Der konservative „Sunday Dispatch“ echauffierte sich darüber, daß man. „Krokodilstränen wegen Grausamkeiten gegen Tiger“ vergieße. „Ich bewundere eine Frau“, schwärmte eine „Dispatch“-Redakteurin, „die zwei Stünden in einem Baum sitzt und dort auf ein fürchterliches Raubtier wartet, von dem es heißt, daß es mit einer Kuh im Maul über eine viereinhalb Meter hohe Mauer springen kann.“

Indiens Premier Nehru, von ergrimmten Tierfreunden in England und Indien um Unterstützung gebeten, erwies sich auch diesmal als kluger Diplomat. „Das ist eine Sache, die Ihre Majestät die Königin und der Prinz selbst entscheiden müssen“, sagte er. „Ich gehe nicht mit Ihnen jagene.“

Als Gastgeber fungierte daher der Maharadscha von Dschaipur, Sproß eines alten Fürstengeschlechts, Herr über sechs Paläste und Eigentümer eines auf 800 Millionen Mark geschätzten Vermögens,

Auf sein Geheiß traf Indiens berühmtester Tigerjäger, Oberst Keschari Singh, die Jagdvorbereitungen. 200 indische Treiber setzte er ein, die – gegen ein Entgelt von 2,70 Mark täglich – schreiend durch den Dschungel laufen und den Schützen das Wild zuführen sollten.

Zur festgesetzten Stunde erklomm Königin Erizabeth – in engen schwarzen Hosen“ Ende mit einer khakifarbenien Buschjacke – den „Machan“, einen mit persischen Teppichen ausgelegten Schießstand, der sich acht Meter über den Boden erhebt. Auf einem anderen Machan bezog Philip Posten.

In diesem für Commonwealth und

Tierliebe kritischen Augenblick versuchte indes auch Elizabeth, den diplomatischen Anforderungen der Stunde gewachsen zu sein: Sie vertauschte in letzter Minute ihre Büchse mit einer Filmkamera und überließ ihrem Gemahl den tödlichen Schuß. Damit hoffte die Königin, dem Kummer der Tierfreunde ebenso gerecht zu werden wie der Jagdleidenschaft ihres Mannes.

Kaum aber waren britische Zeitungsleser des fast drei Meter langen Tigers, den Prinz Philip mit einem einzigen Schuß zur Strecke gebracht hatte, auf Bildern ansichtig geworden, da zeigten die erneuten Proteste auf der Insel, wie wenig sich die Tierfreunde von ihrer Monarchin düpieren ließen. Daß zudem der in England umstrittene Prinz den Schuß abgegeben hatte, verhärtete noch den insularen Zorn.

Erregte sich das Londoner Massenblatt „Daily Mirror“: „Was für eine übelklingende Episode am Beginn einer wichtigen Commonwealth-Tour! Die königliche Familie sollte einsehen, daß-Millionen von Engländern dieses Töten von Tieren nicht als sportlich betrachten. Sie betrachten es mit Ekel.“

Königin Elizabeth, Elefant Kamera statt Büchse.

 
 
„Disgust-hunts of the nobility“
 
 
The nobility and big game hunting – two components that can not be separated from each other. Unfortunately. Animals have always had to chase the desires of the blue nobility fall victim, in local clubs or in distant lands.

The spicy Tierschlächterei is even more apparent when animal lovers and animal rights activists hunt for those very people who they should protect virtue of their functions.

Just as the Spanish King Juan Carlos, Honorary President of the „World Wide Fund For Nature (WWF)“ (with around 5 million supporters one of the largest conservation organizations in the world, which is active in over 100 countries) of a few days in Botswana, a elephant killed while in his home country for € crisis rages on. So much to think „those above“ (the rich, powerful, rulers) so on „down there“ (the people). It seems they just do not care, they have fun and hautpsache dispersal of exotic hunts. As well as the benefits of apology to the Spanish monarch precious little people. Besides: the WWF is also working to protect the elephants!

One who has his „Jagdkumpan“ Juan Carlos defended, Prince Philip, Duke of Edinburgh, Prince Consort of Queen Elizabeth II says he is, that are produced by hunting the „balance between the species‘ needs, which could not be left to nature . „By decimating predators, protect the animals.“ (Source:

So that’s where two noble colleagues reminisce about hunting. While Prince Philip was once also the President of WWF and should – as already mentioned – stand up for wildlife and species protection. But he himself probably contributed to the better big-game hunting – far away from home in India. His prey: a tiger, as an article of the „mirror“ of the 1961 reveals.

Source: THE MIRROR 6/1961 (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43159568.html)

INDIA / TIGER HUNTING

With disgust

Do not forget to strap not you, „ulkte Prince Philip, as his wife, Her Majesty Queen Elizabeth II of Great Britain, in her honor with watercolors painted with gold and Silberzierat bedecked elephants“ ascended Beauty „from the stables of the Maharajah of Dschaipur .

With a city tour, a few moments later began the most controversial part of the royal tour of the former British India: The reception followed at the Maharaja

a well-prepared tiger hunt in the jungles of Dschaipur, at the heated, however, the minds of the subjects of Her Majesty.

Although such a chase corresponded to the traditions – Elizabeth’s grandfather, King George V in 1911 killed four tigers in a few days, four bears, and 18 rhinos have – but the present inhabitants of the British Isles saw in this hunt more like a relic from a long-vanished colonial era.

„A tiger hunt is the symbol of the former colonial regime,“ was angry because even the socialist „New Statesman“. „Nothing is so certain trigger satirical comments in the Indian press as they hunt.“

The English public was excited but not so much about the alleged relapse into colonial era rather than the ferocity of the creature. When it became known that they wanted to retain for 14 days calves on tall trees, for the „King of the Strip“ – this is in India, the poetic name for the jungle predators – serve as bait should voiced Britain’s animal lovers furious indignation.

In India, eventually called the Ahimsak Party („Party of Non-Violence“), he should sell the tiger hunt by visiting program. Otherwise, the leader of the party would go on a hunger strike.

British conservatives were outraged, however, has been practiced in what a disrespectful way of plans and actions of Her Majesty’s criticism. The conservative „Sunday Dispatch“ echauffierte about it, that one. „Crocodile tears over atrocities against Tiger“ shed. „I admire a woman,“ gushed a „Dispatch“ editor, „which sits two were in a tree, where a terrible predator waits, which is said to jump it with a cow in its mouth over a fifteen-foot-high wall can. “

Indian Prime Minister Nehru, enraged by animal friends in England and India asked for help, turned out well this time as a shrewd diplomat. „That’s one thing that must decide Her Majesty the Queen and the Prince himself,“ he said. „I’m not with you jagene.“

Therefore, the Maharaja acted as host of Dschaipur, scion of an ancient princely family, Mr. and owner of one of six palaces estimated at 800 million marks capital,

At his behest met India’s most famous tiger hunter Col. Keschari Singh, the hunt preparations. Should run screaming through the jungle and make the shooter the game – 200 Indian drivers, it began, the – every day for a fee of 2.70 marks.

At the appointed hour climbed Königin Erizabeth – in tight black pants „end with a khakifarbenien bush jacket – the“ Machan „, one lined with Persian carpets, shooting range, which rises eight feet above the ground on another Machan Philip moved items..

In this Commonwealth and for

Love for animals trying juncture, however, also Elizabeth, the diplomatic demands of the hour has grown to be: She swapped her rifle at the last minute with a film camera and gave her husband the fatal shot. So hoping the queen, the grief of pet lovers to be as fair as the hunting passion of her husband.

But no sooner were British newspaper readers of almost three feet long tiger, the Prince Philip made a single shot to the track, had caught sight of images because the renewed protests were on the island, how little did the animal lovers duped by their sovereign. That had also made the controversial shot in England, the Prince, nor the insular hardened anger.

Are attracted to the London tabloid „Daily Mirror“: „What a bad-sounding episode at the beginning of a major Commonwealth tour, the royal family should understand that, millions of Englishmen this killing of animals regarded not as sporty you look at it with disgust!.. “

Queen Elizabeth, elephant gun camera instead.

 

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