"Zwielichtige" Freimaurer (3): "Logenbruder Ford und sein Antisemitismus"

Freimaurer stehen für Einigkeit, Recht und Freiheit, für Brüderlichkeit, Humanität, Nächstenliebe, Demokratie, Liberalität und Bürgernähe. So sehen sie sich am liebsten. Verschwiegen werden jedoch zumeist die “zwielichtigen” Logenbrüder, die teilweise maßgeblich das Weltgeschehen “negativ” beeinflusst  haben. Auf meinem Blog werde ich einige dieser “zwielichtigen” Freimaurer beleuchten.

„Zwielichtige“ Freimaurer (3):  „Logenbruder Ford und sein Antisemitismus“ [1]

 Er war ein unfreundlicher Mann mit verschrobenen politischen und gesellschaftlichen Ansichten, von Vorurteilen geprägt und primitiv, aber der Besitzer der größten Automobilfabrik der Welt in Detroit und Freimaurer: die Rede ist von Henry Ford (1863 – 1947), Meister der „Palestine Lodge No. 357“ in Detroit seit 1894 und 1947 Mitglied der „Zion Lodge No. 1“. Er war so sehr in sein freimaurerisches Denken gehüllt, dass bei der Zeremonie zur Erhebung zum Meister vom Stuhl sogar der Tempel der „Palestine Lodge No. 357“ in der Werkhalle von Mitarbeitern in Overalls aufgebaut wurde!

Ford war es gelungen aus den Automobilen, die in der Frühzeit nichts weiter als Luxuspielzeuge und Statussymbole waren, preiswerte Nutzfahrzeuge herzustellen und sie so mit Erfolg zu vermarkten. Am Ende des Ersten Weltkrieges war fast jedes zweite weltweit verkaufte Automobil ein Ford. Der Logenbruder stellte bereitwilliger als die meisten anderen Unternehmer zu jener Zeit auch Schwarze, Einwanderer, Ex-Sträflinge und Behinderte ein, gliederte seiner Firma eine „soziologische Fakultät“ an, deren Aufgabe darin bestand, den Arbeitern „moralische Tugend“ beizubringen. Nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch zu Hause.

Henry Ford kam schon bald in den Dunstkreis der Reichen und Mächtigen, schließlich besaß er mehr Geld, als er eigentlich ausgeben konnte. So zeigten Fotografien ihn beispielsweise neben  dem amerikanischen Präsidenten Wilson.

Verschwörungstheoretiker wie Dieter Rüggeberg unterstellen Ford in seinem zweibändigen Werk „Geheimpolitik“ einen bedeutenden antisemitischen Einfluß nicht nur auf Deutschland und Amerika, sondern weltweit. Aber entspricht dies auch den Tatsachen?

Fakt ist: In Ford reifte nicht nur Prestige und Machthunger, sondern noch etwas anderes, verhängnisvolles, unheilvolles: antisemitische Überzeugungen, die immer paranoider wurden!

Logenbruder Ford ließ verlauten, dass die „jüdischen Bankiers“ in Deutschland den Ersten Weltkrieg vom Zaun gebrochen hätten. Und er suchte Kontakt und Freundschaft zu Menschen mit ähnlichen Überzeugungen und mit denselben Ressentiments gegen die Juden. Zu Logenbruder Augustus Charles Lindbergh (1902 – 1974) beispielsweise, dem amerikanischen Nationalhelden, der später zum Freund und Propagandisten der Nazis wurde. Lindbergh, ein Judenhasser, war Mitglied der „Keystone Lodge 243“ in St. Louis. Er war der Held, dem 1927 als erstes mit seinem Flugzeug „Spirit of St. Louis“ der Transozeanflug von Amerika nach Europa gelang. Vor Flugantritt hatte er noch seine freimaurerischen Dokumente am Rumpf des Flugzeuges befestigt. Später war er Gegner des Kriegseintritts der USA in den Zweiten Weltkrieg, wurde wegen seiner pro-Nazi-Haltung isoliert, sogar aus der Armee entlassen, diente aber weiter als Versuchspilot und wurde 1954 rehabilitiert.

Freimaurer Henry Ford kaufte 1919 die Zeitung „The Dearborn Independent“, das er von nun an zum Sprachrohr seiner Judenhasserischen Ansichten machte. Um es mit den Worten von Douglas Brinkley in „Wheels fort the World“ zu zitieren: „Er war vom Teufel besessen, wenn es um das Thema Juden ging.“[2] Ford unterschied sogar zwischen „arischem“ und „jüdischem“ Kapital. Unter anderem veröffentlichte er in seiner Zeitung seine regelmäßige persönliche Kolumne „Der internationale Jude: das vordringlichste Problem der Welt“. Im ersten Artikel ist Fords Judenhass per se greifbar: „Es gibt eine Rasse, einen  Teil der Menschheit, der nie willkommen war, der es aber geschafft hat, sich zu einer Macht zu erheben, die sich nicht einmal die hochmütigste nichtjüdische Rasse je angemaßt hat – auch nicht im Rom ihrer stolzesten Tage,“ heißt es da beispielsweise.[3] Die Aufsätze und Leitartikel in Fords Zeitschrift klagten führende jüdische Persönlichkeiten an, die die US-Präsidenten Taft und Wilson als Marionetten benutzt haben sollten, jüdische Bankiers hätten den Ersten Weltkrieg angezettelt und die Russische Revolution geschürt. Ferner wurde die „jüdische Weltverschwörung“, bestehend aus 300 Juden, der Korruption an der Wall Street angeklagt, sowie der Verantwortung für den amerikanischen Bürgerkrieg und der Ermordung Abraham Lincolns.

„Was Juden durch Geld, Medien oder Manipulation nicht erreichten, würden sie erreichen, indem sie den sexuellen Perversionen der Mächtigen und Prominenten Vorschub leisteten (Ben-Itto)“. Alles – und wenn es auch noch so obskur war – wurde einer jüdischen Weltverschwörung in die Schuhe geschoben: Jazz, kurze Hosen, heruntergekrempelte Socken, steigende Mieten und so weiter.

Diese Artikelserie, die in über 91 Ausgaben lief, stürzte das Land in eine wahre Verschwörungshysterie und wurde im Buch „The International Jew“ („Der internationale Jude – ein Weltproblem“ oder auch: „Der ewige Jude“) zusammengefasst, das in sechzehn Sprachen verkauft und auch ins Arabische übersetzt wurde. In den USA gingen ebenfalls Millionen dieses Schundwerks über den Ladentisch, in Deutschland erschienen bis Ende 1933 allein neunundzwanzig Auflagen! „Der ewige Jude“ wurde zur „Bibel der Antisemiten“, in der die Weltverschwörung als Werk der Juden und Bolschewiken, nicht aber der Freimaurer erschien. Kein Wunder, schließlich war Ford ja selbst Logenbruder. Hadassa Ben-Itto erklärt in seinem Buch „Die Protokolle der Weisen von Zion – Anatomie einer Verschwörung“: „Die nationale Marktkraft und das Vermögen der Ford Motor Company wurden bewusst dafür eingesetzt, Judenhaß zu verbreiten.“[4]

Sogar die christlichen Kirchen gingen 1920 auf Distanz zu Ford und sprachen von „Rassenhaß und Feindseligkeiten gegen unsere jüdischen Mitbürger“, die von Zeitungen geschürt würden und „lächerliche Anschuldigungen enthalten“. Die amerikanischen Juden verweigerten massenhaft den Kauf von Ford-Autos. Selbst hohe Politiker wie Woodrow Wilson und William Howard Taft, 27. Präsident der USA und ebenfalls Freimaurer, beteiligten sich 1921 am Protest gegen die antisemitische Hetzkampagne des Judenhassers Ford. Doch dessen Antwort war schockierend, als er bekannte, keinem Rassenhaß Vorschub leisten zu wollen, sondern nur die „dummen Nichtjuden“ mit der Nase auf die angeblichen „Ränke der Juden“ stoßen zu wollen. Am 17. Februar 1921 sagte Ford noch in einem Interview mit der „New York World“: „Das einzige, was ich über die Protokolle (der Weisen von Zion/d.A.) sagen kann, ist, dass sie mit dem Weltenlauf Schritt halten. Sie sind sechzehn Jahre alt, und sie haben immer auf die Weltlage gepasst. Sie sind auch heute noch aktuell.“[5]

Nach der Androhung einer Verleumdungsklage wegen seiner Ausfälle gegen die Juden und negativer Verkaufszahlen distanzierte sich Ford von dem unter seinem Namen veröffentlichten Werk.  Er setzte seine Unterschrift unter eine öffentliche Entschuldigung, die er aber nie gelesen haben will. Seine persönlichen antisemitischen Überzeugungen blieben dennoch. Die Juden waren für ihn die „Erzfeinde der Menschheit“ schlechthin und er war nach wie vor überzeugt vom Inhalt des Buches, denn das bewiesen seine früheren antisemitischen Äußerungen. Er heuerte sogar Detektive und Spione an, die Schmutz sammeln und über bekannte Juden schütten, die die jüdische Verschwörung beweisen sollten! Und diese glaubten die Verschwörer in der jüdischen Gemeinde-Organisation New Yorks gefunden zu haben, die angeblich sogar mit Präsident Wilson zusammenarbeitete.

Einer war von Fords „Ewigen Juden“ ganz besonders fasziniert: Adolf Hitler, der 1924 an seinem Buch „Mein Kampf“ arbeitete und umfangreiche Passagen von Ford übernahm, ihn sogar als einen „großen Mann“ bezeichnete! Zudem soll er sich das Foto des Freimaurers Ford auf den Schreibtisch gestellt haben. Einem amerikanischen Reporter gegenüber äußerte Hitler, dass er „Heinrich“ Ford als „seine Inspiration“ betrachtete. Einer von Hitlers engsten Mitarbeitern, Dietrich Eckart, bezeichnete die „Protokolle der Weisen von Zion“ und Henry Fords „Der ewige Jude“ ausdrücklich als Quellen der Anregung für den Nazi-Diktator.[6] Festzustehen scheint, dass Hitler das antisemitische Werk des Logenbruders Ford als eines seiner wichigsten Propagandamittel einsetzte.

Logenbruder Ford entwickelte sich ebenfalls zum Bewunderer von Hitler, finanzierte faschistische und antiamerikanische Parteien, um den Kampf gegen die Juden voranzutreiben. 1928 fusionierten gar die deutschen Niederlassungen von Henry Ford mit jenen der „I.G. Farben“. Die deutschen Chemiefabriken stellten nicht nur das im Ersten Weltkrieg angewandte Chlorgas her, sondern eines der Unternehmen der „I.G.Farben“ gar das später Millionen Juden todbringende „Zyklon B“, das beispielsweise in den Gaskammern von Auschwitz und Buchenwald verwendet wurde![7]

In den 1930er Jahren nahm Logenbruder Henry Ford öffentlich Partei für Nazi-Deutschland. Im Juli 1939 verlieh ihm Hitler sogar als erstem Amerikaner, die für einen Nicht-Deutschen höchste Ehrenauszeichnung, das „Großkreuz des Deutschen Adlerordens“. Hitler hatte diesen Verdienstorden persönlich gestiftet, um Ausländer zu ehren, die sich um das Deutsche Reich verdient gemacht hatten.

Ford soll sogar die „Protokolle“ benutzt haben, um den US-Senat zu überreden, sich nicht Präsident Wilsons Völkerbund anzuschließen. David Landes, einer der führenden amerikanischen Wirtschaftshistoriker, schrieb: „Manche islamistischen Gruppen haben Fördergelder von der Ford Foundation erhalten, die auf dem Papier nichts mit dem Autounternehmen zu tun hat, aber ihren langen Schatten auf es wirft.“[8]

Wie sehr Freimaurer ihren Logenbruder „decken“ zeigt die Tatsache, dass in einigen Publikationen gar nichts über den Judenhass Fords und seiner Anbiederung an Hitler-Deutschland publiziert wird! Weder im „Internationalen Freimaurer Lexikon“ noch beispielsweise bei Jürgen Holtorfs „Die Logen der Freimaurer“. Und das obwohl eine neue Ausgabe  von „The International Jew“ des Logenbruders und Judenhassers Henry Ford erst 1993 wieder neu herausgebracht worden war! Auch das, eine „Schande“.


[1] vgl. David Landes: „Die Macht der Familie – Wirtschaftsdynastien in der Weltgeschichte“, München 2006, S. 179, 180, 185, 187, 190ff., 194ff., 199, 207/Hadassa Ben-Itto: „Die Protokolle der Weisen von Zion – Anatomie einer Fälschung“, Berlin 1998, S. 83ff., 145, 168, 376/Eugen Lennhoff/Oskar Posner/Dieter A. Binder: „Internationales Freimaurer Lexikon“, München 2006 (5. überarbeitete und aktualisierte Ausgabe), S. 289, 517/Jim Marrs: „Heimliche Herrscher – Wie verborgene Mächte das Schicksal der Menschheit bestimmen“, Rottenburg 2007, S. 183, 199ff./Jürgen Holtorf: „Die Logen der Freimaurer – Geschichte, Bedeutung, Einfluss“, München 1991, S. 143, 144/Dieter Rüggeberg: „Geheimpolitik – Der Fahrplan zur Weltherrschaft“, Wuppertal 2000 (5. Auflage), S. 77ff./Dieter Rüggeberg: „Geheimpolitik Band 2: Logen, Politik“, Wuppertal 1997 (2. Auflage), S. 39ff./A. Ralph Epperson: „Die unsichtbare Hand – Der Einfluß geheimer Mächte auf die Weltpolitik“, Rottenburg 2006, S. 272/Eduard Gugenberger/Franko Petri/Roman Schweidlenka: „Weltverschwörungstheorien – Die neue Gefahr von rechts“, Wien, München 1998, S. 136, 137,181

[2] vgl. zitiert nach: David Landes: „Die Macht der Familie – Wirtschaftsdynastien in der Weltgeschichte“, München 2006, S. 443

[3] vgl. Hadassa Ben-Itto: „Die Protokolle der Weisen von Zion – Anatomie einer Fälschung“, Berlin 1998, S. 84

[4] vgl. Hadassa Ben-Itto: „Die Protokolle der Weisen von Zion – Anatomie einer Fälschung“, Berlin 1998, S. 86

[5] vgl. Hadassa Ben-Itto: „Die Protokolle der Weisen von Zion – Anatomie einer Fälschung“, Berlin 1998, S. 168

[6] vgl. dazu: Suzanne & James Pool: „Hitlers Wegbereiter zur Macht“, Bern, München 1980, S. 91-94

[7] vgl. dazu: Antony C. Sutton: „Wall Street and the Rise of Hitler“, S. 93

[8] vgl. David Landes: „Die Macht der Familie – Wirtschaftsdynastien in der Weltgeschichte“, München 2006, S. 443

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