Skandal: "Wenn Holocaustleugnung legal wird (2)"

Bischof Richard Williamson gehört nicht nur der umstrittenen Pius-Brüderschaft an, sondern hat auch den Holocaust verleugnet. Im schwedischen Fernsehen erklärte er, es „gebe erdrückendes historisches Beweismaterial, das gegen die mutwillige Vergasung von sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs spreche. Es seien vielleicht 200’000 bis 300’000 Juden in Konzentrationslagern umgekommen, aber kein einziger von ihnen sei vergast worden.“

Nachdem Williamson exkommuniziert worden war, weil seine Weihe ausdrücklich gegen den Willen des Papstes erfolgte. hob Papst Benedikt XVI. im Januar 2009 die Exkommunikation wieder auf. Williamson blieb dennoch kirchenrechtlich suspendiert, darf also seine priesterlichen Aufgaben nicht ausüben.

Für seine Holocaust-Leugnung wurde Williamson vor angeklagt, stand seit Monaten vor Gericht. In der ersten Instanz verurteilt, hob das Oberlandesgericht das Urteil wieder auf.

Nachfolgend der Artikel des „Tagesspiegels“ dazu:

 

Prozess gegen Bischof Williamson wird neu aufgerollt

Er war bereits verurteilt, für das Regensburger Gericht war der Fall klar: Bischof Williamson hat den Holocaust verleugnet und muss dafür bestraft werden. Doch jetzt war ein Revisionsverfahren erfolgreich.

Der Prozess gegen den Holocaust- Leugner Bischof Richard Williamson muss wegen Verfahrensmängeln neu aufgerollt werden. Das entschied das Oberlandesgericht Nürnberg in einem Revisionsverfahren. Es begründete dies am Mittwoch damit, dass das Amtsgericht Regensburg bereits in seinem Strafbefehl nicht erläutert habe, in welcher Weise und wo genau in Deutschland das umstrittene Interview des Bischofs veröffentlicht worden sei. Dies sei aber Voraussetzung für eine strafrechtliche Verfolgung einer möglichen Volksverhetzung.
Der 71 Jahre alte Bischof der erzkatholischen Piusbruderschaft hatte 2008 in einem Interview mit einem schwedischen Sender den Massenmord an sechs Millionen Juden durch die Nazis und die Existenz von Gaskammern bestritten.

Er war dafür zu einer Geldstrafe von 6500 Euro verurteilt worden. Das in Schweden ausgestrahlte Interview war auch im Internet veröffentlicht worden. Gegen das Urteil hatte der Verteidiger von Bischof Williamson Revision eingelegt.
Vorläufig wurde das Verfahren jetzt vom OLG eingestellt: Die Staatsanwaltschaft kündigte aber umgehend an, dass sie unter Beachtung der Hinweise des Nürnberger Gerichts „sehr schnell“ einen neuen Strafbefehl beziehungsweise eine Anklage fertig stellen werde.
Es gehe der Staatsanwaltschaft um eine Bestrafung Williamsons, betonte der Regensburger Oberstaatsanwalt Wolfhard Meindl. Er sagte, dass die neue Anklageschrift voraussichtlich in etwa fünf Wochen fertig sein werde.
Der Fall hatte seinerzeit die katholische Kirche in eine schwere Krise gestürzt. Denn genau zu der Zeit, als das Interview öffentlich wurde, hatte der Vatikan die Aufhebung der Exkommunikation von Williamson und von drei weiteren Bischöfen der umstrittenen Piusbruderschaft bekannt gegeben. Papst Benedikt XVI. erklärte jedoch, er habe von den Interviewäußerungen nichts gewusst. (dpa)

Quelle:

http://www.tagesspiegel.de/politik/holocaust-leugnung-prozess-gegen-bischof-williamson-wird-neu-aufgerollt/6241978.html

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.