Diskussion nach AfD-Programm-Entwurf: "Kampf der Kulturen oder gehört der Islam zu Deutschland?"

GUIDO-KOLUMNE-MIX♦ No.  622 (40/2016) ♦


Gehört der Islam zu Deutschland oder nicht? Der Programmentwurf der AfD (Alternative für Deutschland), in dem steht, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, schlägt politisch und medial hohe Wellen.

So spricht beispielsweise EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) davon, dass dies eine „Schande für Deutschland“ sei.

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-was-stimmt-an-den-thesen-zum-islam-a-1087824.html

Experten entrüsten sich über den AfD-Programmentwurf: Dieser wäre eine radikale Kampfansage an die innere Freiheit des Landes; ein Schulterschluss mit rechtsradikaler Ausgrenzungsstrategie und damit ein Aufstand zum Widerstand.

Wie scheinheilig diese Diskussion wieder einmal ist, belege ich mit einem Auszug aus meinem neuen Buch

Cover

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indem ich mich nicht mit Polemik auf beiden Seiten, sondern mit Fakten beschäftige, die eine klare Sprache sprechen:

Gehört der Islam zu Deutschland?

Wie bereits erwähnt, kommen überwiegend Flüchtlinge aus islamischen Staaten nach Deutschland. Wird damit die kulturelle Prägung unseres Landes zukünftig anders sein? Das ist genau das, was vielen Sorgen bereitet, was vor allem von Pegida und der AfD thematisiert wird. Zudem wirken einige politische Statements auf verschiedene Bürger nicht nur irritierend, sondern befremdlich. Wenn beispielsweise Anfang Januar 2015 Bundeskanzlerin Angela Merkel in Erinnerung an den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff erklärt: „Der Islam gehört zu Deutschland – und das ist so, dieser Meinung bin ich auch.“ Es gebe aber sicherlich die „Notwendigkeit, den Dialog zwischen den Religionen noch zu verstärken, es gibt viel Unkenntnis“.[1] Einer ihrer engsten Vertrauten, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble stimmt dem zu: „In meiner zweiten Amtszeit als Innenminister habe ich 2005 die Islam-Konferenz ins Leben gerufen. Ich habe schon damals gesagt, der Islam ist ein Teil unseres Landes. Wir sollten uns darauf einstellen – einstellen wollen.“[2] Widerspruch dazu gibt es auch, wie etwa von Edmund Stoiber: „Die Muslime gehören zu Deutschland, nicht der Islam. Der Islam ist kein Kernbestand der deutschen Kultur und prägt auch nicht unsere Geistesgeschichte und Tradition.“[3]

Zukünftig werden diese Aspekte weiter Grund für Streit in der Flüchtlingsdebatte sein. „An der religiösen Toleranz der Deutschen müssen wir nicht zweifeln. Sorgen müssen wir uns um die Toleranz einer Religion, deren Gebote gegen unsere Grundordnung verstoßen“, gibt Focus-Herausgeber Helmut Markwort zu bedenken.[4]

Kampf der Kulturen – auch in Deutschland?

Die westliche Kultur ruht auf den Säulen der griechisch-römischen Antike, der jüdisch-christlichen Religion sowie der Aufklärung, die in diesem Zusammenhang die Trennung von Staat und Religion bedeutet. Auf dieser Basis entstanden Werte wie die der individuellen Freiheit als höchstes Gut, der politischen Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit und die Menschenrechte. Im Islam hingegen gab es keine Aufklärung. Er hat andere kulturelle Wurzeln wie etwa Familie, Sippe und Stamm und vor allem die Einheit von Religion, Kultur und Staat, wobei die Religion das ganze Leben ohne Einschränkung beherrscht.

Schon seit jeher gibt es zwischen diesen beiden Wertesystemen große Differenzen. So sind die Muslime von der Überlegenheit ihrer Kultur überzeugt und halten den Westen für gottlos. Dieser wiederum glaubt an die Universalität seiner eigenen Kultur und will sie über den gesamten Globus verbreiten.

Zurecht schrieb Samuel Philipp Huntington in seinem Standardwerk The Clash of Civilizations, dass ein weltweiter Kampf der Kulturen nur vermieden werden kann, wenn die Führer dieser Welt eine globale Politik, die unterschiedliche kulturelle Wertvorstellungen berücksichtigt, akzeptieren und aufrechterhalten.[5] Vor seinem Tod 2008 war der Politikwissenschaftler auch Berater des US-Außenministeriums. Er ging dezidiert auf eine multipolare und multikulturelle Weltpolitik ein und erläuterte ihre Folgen. Sein Buch erschien 1996 in den USA, also fünf Jahre vor den 9/11-Terroranschlägen. Seitdem haben sich die von ihm geschilderten kulturellen Konflikte noch verstärkt.

An dieser Stelle scheint es geraten, näher auf Huntingtons Beobachtungen einzugehen[6], weil sie unmittelbar die Hintergründe der heutigen Flüchtlingsdiskussion betreffen und dahin gehend mehr als erhellend sind.

„In dieser Welt werden die hartnäckigsten, wichtigsten und gefährlichsten Konflikte nicht zwischen sozialen Klassen, Reichen und Armen oder anderen ökonomisch definierten Gruppen stattfinden, sondern zwischen den Völkern, die unterschiedlichen kulturellen Einheiten angehören“, schreibt Huntington.“ Und weist darauf hin: „Das Nebeneinander eines wachsenden Volkes der einen Kultur und eines langsam wachsenden oder stagnierenden Volkes einer anderen Kultur erzeugt in beiden Gesellschaften wirtschaftlichen und/oder politischen Anpassungsdruck. So ergab sich beispielsweise in den siebziger Jahren in der früheren Sowjetunion eine drastische Verschiebung des demografischen Gleichgewichts, bei dem die Zahl der Muslime um 24 Prozent zunahm, während die Zahl der Russen um 6,5 Prozent wuchs (…)“ In dieser Hinsicht formuliert er: „Die zahlenmäßige Ausbreitung der einen Gruppe erzeugt politischen, wirtschaftlichen und sozialen Druck auf andere Gruppen und ruft Gegendruck hervor.“

Huntingtons Buch, das er, wie gesagt, vor zehn Jahren schrieb, ist so aktuell wie nie. „Die Frage ist, ob Europa und Amerika zu gespaltenen Gesellschaften aus zwei unterschiedlichen und weithin voneinander isolierten Gemeinschaften aus zwei verschiedenen Zivilisationen werden, was seinerseits von der Anzahl der Einwanderer und davon abhängt, inwieweit diese an die in Europa und Amerika herrschenden westlichen Kulturen assimiliert werden.“ Weiter sprach der Politikwissenschaftler von sogenannten Bruchlinienkonflikten zwischen Gruppen aus unterschiedlichen Kulturen innerhalb ein und desselben Staates. Diese seien besonders häufig zwischen Muslimen und Nichtmuslimen anzutreffen. Er wiest daraufhin, dass Konflikte der Natur der beiden Religionen – Christentum und Islam – und der auf ihnen basierende Kulturen entspringen. Der Konflikt zwischen dem Westen und dem Islam hätte sich Ende des 20. Jahrhunderts zugespitzt. „Erstens hat das muslimische Bevölkerungswachstum riesige Scharen arbeitsloser und entfremdeter junger Menschen produziert, die sich für die islamistische Sache einspannen lassen, Druck auf benachbarte Gesellschaften ausüben und in den Westen auswandern“, schreibt Huntington. „Zweitens hat das islamische Wiedererstarken den Muslimen neues Vertrauen in die Eigenart und die Vorzüglichkeit ihrer Kultur und ihrer Werte gegenüber jenen des Westens geschenkt. Drittens erzeugen die gleichzeitigen Bemühungen des Westens um Universalisierung seiner Werte und Institutionen, Aufrechterhaltung seiner militärischen und wirtschaftlichen Überlegenheit und Einflussnahme auf Konflikte in der muslimischen Welt enorme Erbitterung unter den Muslimen (…) Sowohl in muslimischen als auch in christlichen Gesellschaften ging in den achtziger und neunziger Jahren die Toleranz für den anderen drastisch zurück.“

Der ägyptische Journalist Mohammed Sid-Ahmed sieht das ähnlich: „Es gibt untrügliche Anzeichen für eine zunehmende Konfrontation zwischen der jüdisch-christlichen Ethik des Westens und der islamischen Erweckungsbewegung (…)“[7]

Huntington führt weiter aus, dass die bereits erwähnten Bruchlinienkonflikte gewaltsam geworden seien. Sie würden fast immer zwischen Menschen unterschiedlicher Religion stattfinden, „da die Religion das Hauptunterscheidungsmerkmal von Kulturen ist.“ Diese sei „wahrscheinlich“ der „tiefgreifendste Unterschied, den es zwischen Menschen geben kann.“ Einer der schwersten Bruchlinienkämpfe hätte es zwischen Serben und Kroaten im früheren Jugoslawien gegeben. Als dort „die übergreifende jugoslawische Identität“ zusammenbrach, gewannen die religiösen Identitäten, mit denen man sich bisher arrangierte und zusammenlebte, eine neue Bedeutung. Als es zu Kämpfen kam, verstärkte sich diese noch. „Die Koexistenz von vielen Bevölkerungsgruppen löste sich auf, und jede Gruppe identifizierte sich zunehmend mit ihrer jeweiligen kulturellen Gemeinschaft und definierte sich in religiösen Begriffen“, so Huntington.“ Bruchlinienkriege würden sich nicht nur als ein Kampf gegen eine andere lokale ethnische Gruppe verstehen, sondern als „Kampf gegen eine andere Kultur“. So würde der lokale Krieg „umdefiniert zu einem Krieg der Religionen, einem Kampf der Kulturen.“

Zurück zum Jugoslawienkrieg. „Der wichtigste Einzelfaktor hinter diesen Konflikten war wahrscheinlich die demografische Verschiebung, die im Kosovo vor sich ging.“ Dort lebten einst 67 Prozent albanische Muslime und 24 % orthodoxe Serben. Die albanische Geburtenziffer war die höchste in ganz Europa, der Kosovo das dichtest bevölkerte Gebiet Jugoslawiens. 1991 war der Kosovo zu 90 % muslimisch und zu 10 % serbisch. Die Serben sahen in ihm jedoch ihr „heiliges Land“, den Ort der großen Schlacht auf dem Amselfeld, als sie 1589 von den osmanischen Türken besiegt wurden. Danach hatten sie fast 500 Jahre unter deren Herrschaft zu leiden. Da sich das demografische Gleichgewicht im Kosovo erheblich zu Gunsten der Muslime veränderte, forderten die Albaner Anfang der 1980er Jahre das Gebiet in den Rang einer jugoslawischen Teilrepublik zu erheben. Die Serben und die jugoslawische Regierung lehnten dies ab. Sie befürchteten, dass der Kosovo sich schließlich mit Albanien vereinigen könnte. Die Kosovo-Albaner reagierten mit Protesten und Unruhen. Die serbische Minderheit wurde nach eigenen Angaben verstärkt diskriminiert, verfolgt und tätlich angegriffen.[8]

Dieses Beispiel, das Huntington aufgriff, zeigt, wie sich durch eine demografische Verschiebung ein gesellschaftliches Gleichgewicht verändern und zu Forderungen der Mehrheit – in diesem Fall, der Muslime – führen, kann. Bis hin zur Diskriminierung von Minderheiten – in diesem Fall der orthodoxen Christen. Das alles spielte sich nicht etwa weit weg von uns ab, sondern in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Nur einen Moment wollen wir dahin gehend an Markus Söders Bedenken hinsichtlich der hohen Zuwanderung und der damit verbundenen Veränderung der Statik Deutschlands erinnern.

„Starke Antagonismen und gewaltsame Konflikte sind zwischen lokalen muslimischen und nichtmuslimischen Bevölkerungen gang und gäbe“, machte Huntington klar. „Wohin man im Umkreis des Islam blickt: Muslime haben Probleme, mit ihren Nachbarn friedlich zusammenzuleben.“ Die „muslimische Neigung zum gewaltträchtigen Konflikt“ gehe auch aus dem Grad der Militarisierung von muslimischen Gesellschaften hervor. „Wenn sie Gewalt einsetzten, setzten muslimische Staaten sie äußerst intensiv ein (…) Muslimische Kriegslust und Gewaltbereitschaft sind Ende des 20. Jahrhunderts eine Tatsache, die weder Muslime noch Nichtmuslime leugnen können.“

Aber ist das wirklich so, wie Huntington behauptete? Steven Pinker, amerikanisch-kanadischer Experimentalpsychologe, Kognitionswissenschaftler, Linguist sowie Professor am Harvard-College und der Harvard-Universität, schreibt in Gewalt – Eine neue Geschichte der Menschheit: „Der Eindruck, dass die muslimische Welt in Formen der Gewalt schwelgt, über die der Westen hinausgewachsen ist, ist kein Symptom von Islamfeindlichkeit oder Orientalismus, sondern erwächst aus den Zahlen. Muslime machen ungefähr ein Fünftel der Weltbevölkerung aus und stellen in ungefähr einem Viertel der Staaten auf der Welt die Mehrheit, aber 2008 waren an mehr als der Hälfte aller bewaffneten Konflikte muslimische Staaten oder Aufständische beteiligt (…) Muslimische Gruppen besetzen zwei Drittel der Positionen auf der Liste ausländischer terroristischer Organisationen des US-Außenministeriums (…)“. Zwei Drittel aller Terroropfer, bei denen die Täter ermittelt werden konnten, würden auf das Konto sunnitischer Terroristen gehen, so Pinker. „Gewalt ist in der islamischen Welt nicht nur durch religiösen Aberglauben legitimiert, sondern auch durch eine übermäßig stark entwickelte Kultur der Ehre.“ Er verweist auf eine umfangreiche Gallup-Umfrage, die von 2001 bis 2007 durchgeführt wurde, in der es um die Einstellungen der Muslime in 35 Staaten, die 90 Prozent der islamischen Weltbevölkerung repräsentieren, geht. „Die Ergebnisse bestätigen, dass die meisten islamischen Staaten sich in absehbarer Zukunft nicht zu säkularen, liberalen Demokratien entwickeln werden“, weiß Pinker. „Die Mehrzahl der Muslime in Ägypten, Pakistan, Jordanien und Bangladesch gaben in der Umfrage an, die Scharia, das heißt die Grundprinzipien des islamischen Rechts, solle in ihren Staaten die einzige Quelle der Gesetzgebung sein, und die Mehrheit in den meisten anderen Ländern gab an, sie solle zumindest eine der Quellen sein.“[9]

Wie aber sieht es hierzulande damit aus? Der ehemalige Bürgermeister von Neukölln, Heinz Buschkowsky macht unmissverständlich klar, dass sich die „Gewichte der Religionen“ verschieben werden. „Dreiviertel der Flüchtlinge kommen aus muslimischen Ländern mit einer völlig anderen Wertestruktur. Die Zahl der Muslime in Deutschland wird sich verdreifachen, ihr Selbstbewusstsein wird stärker, ihr Anspruch auf politische Mitbestimmung wird wachsen und natürlich auch das Streben nach Dominanz im öffentlichen Leben.“ Und weiter: „Toleranz gegenüber dem Andersdenkenden, ein selbstbestimmtes Leben, persönliche Freiheit und ein humanistisches Weltbild – das sind die Dinge, die eine moderne demokratische Gesellschaft prägen. Da passt vordemokratische widerspruchslose Gehorsamspflicht einer gottgegebenen Ordnung nicht (…) Ein Wertewandel ist unausweichlich (…) die muslimische Weltsicht ist mit dem demokratisch-westlichen Wertekanon nicht kompatibel.“[10] Cicero-Autor Frank A. Meyer sieht das ähnlich. „Das Grundgesetz (…) ist das modernste Grundgesetz der westlichen Zivilisation – feindlich jeder autoritären Utopie, nicht weniger feindlich allen Feinden der offenen Gesellschaft“, schreibt er. „Das Grundgesetz ist islamfeindlich. Und umgekehrt: Der Islam ist grundgesetzfeindlich.“[11] Auch Bayerns Finanzminister Markus Söder gibt zu bedenken, dass jetzt viele kommen, „die unserem Rechtsverständnis fernstehen.“[12] Der Grüne Cem Özdemir will keinen türkischen oder arabischen Islam hier, sondern einen europäischen. Dieser soll sich an muslimische Einwanderer unterschiedlicher Herkunftsgebiete richten und auf dem „Boden des deutschen Grundgesetzes“ stehen.[13]

Vielleicht gerade deshalb fordert Hamed Abdel-Samad, deutsch-ägyptischer Politikwissenschaftler und selbst Sohn eines Iman, den Flüchtlingen müsse man schon bei ihrer Ankunft klarmachen, wie eine offene Gesellschaft funktioniere. Auf keinen Fall dürfe Deutschland „im Namen der kulturellen Bereicherung Bräuche zulassen, die jede Form des Zusammenlebens stören“.[14] Und weiter: „Es kommt auch eine Macho-Kultur mit diesen jungen Männern.“[15]

Gleichberechtigung, Frauenbild & Kindererziehung

Abdel-Samad spielt damit vor allem auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau an. Das Frauenbild, das muslimische Flüchtlingsmänner hier antreffen, unterscheidet sich fundamental von dem ihrer Heimatländer, in denen die Würde der Frau ganz anders definiert ist. Werden die Migranten also beispielsweise Polizistinnen, Ärztinnen, Behördenmitarbeiterinnen, Lehrerinnen oder Arbeitgeberinnen respektieren?

Die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende Julia Klöckner jedenfalls machte hinsichtlich der Gleichstellung ihre eigenen, negativen Erfahrungen. Als sie eine Flüchtlings-Unterkunft in Idar-Oberstein besucht, will ihr ein Imam die Hand nicht geben. Die Politikerin verzichtet daraufhin auf ein Gespräch. „Auch Menschen anderer Religionen müssen bei uns akzeptieren, dass in Deutschland Frauen und Männer die gleichen Rechte haben“, sagt Klöckner danach. Als sie Mails von Frauen bekommt, denen es ähnlich erging, bekräftigt sie: „Dieses mittelalterliche Rollenbild kann nicht akzeptiert werden, wenn man in einem aufgeklärten Land lebt.“[16] Und weiter: „Selbst das Grundrecht zur freien Ausübung der Religion darf das Grundrecht von Frauen auf Gleichberechtigung nicht aushebeln (…) auf das Grundgesetz darf es keinen religiösen Rabatt geben!“[17] Denn „nicht das liberale Deutschland muss sich ändern, sondern manche Zuwanderer. Lehrerinnen, Ärztinnen, Apothekerinnen sind genauso Respektpersonen wie deren männliche Kollegen. Das muss jeder Junge und Mann wissen. Es gibt bei uns auch Frauen als Chefinnen, wir haben nicht vor, das zu ändern, nur damit junge Männer mit einem mittelalterlichen Rollenbild Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.“[18]

Ähnliches gilt für die Kindererziehung. Schlagen von Schutzbefohlenen ist hierzulande nicht nur geächtet, sondern eine Straftat. Das Züchtigungsrecht der Eltern gegenüber ihren Kindern wurde hierzulande bereits im Jahr 2000 ersatzlos abgeschafft. „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“, heißt es dazu im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), § 1631.[19] Doch das ist bei vielen Neuankömmlingen mitnichten so. Beispielsweise berichtet Swetlana Aoul von der Erstaufnahmeeinrichtung in Friedland, in der sie den Kindergarten leitet, von afghanischen Flüchtlingen, die lachen, wenn sie erzählt, dass Kinder nicht geschlagen werden dürfen. Schon in ihrem Beisein gab es Situationen, dass Eltern ihren Sprösslingen eine Ohrfeige gaben.[20] Tatsächlich ist es so, dass viele Asylbewerber, die hierherkommen, aus Kulturen stammen, in denen Gewalt eher toleriert wird. Selbst in Syrien hat der jahrelange Bürgerkrieg patriarchalische Strukturen wiederaufleben lassen, so dass dort aufgrund des Brautgelds wieder minderjährige Töchter verheiratet werden.[21]

Quellen:
[1]     Zitiert nach: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-01/angela-merkel-islam-deutschland-wulff (Zugriff: 12.11.15)
[2]        Zitiert nach: http://www.faz.net/aktuell/politik/denk-ich-an-deutschland-1/schaeuble-wir-koennen-uns-nicht-wegducken-13795406.html (Zugriff: 30.09.15)
[3]     Zitiert nach: „Muslime gehören zu Deutschland, aber der Islam nicht“ in: Bild v. 21.09.15, S. 2
[4]        Zitiert nach: „Treibt eine ergrünte Merkel CDU und CSU auseinander?“ in: Focus 39/2015, S. 158
[5]     Siehe: Horst Poller: Die Philosophen und ihre Kerngedanken – Ein geschichtlicher Überblick, München 2011, S. 520ff.
[6] Die nachfolgenden Zitate stammen aus: Samuel P. Huntington: Kampf der Kulturen – Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert, München/Wien 1996, S. 24, 187, 243, 326, 332, 337-341, 413-418, 421-426, 439, 442
[7]        Zitiert nach: Samuel P. Huntington: Kampf der Kulturen – Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert, München/Wien 1996, S. 341
[8]        Siehe: Samuel P. Huntington: Kampf der Kulturen – Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert, München/Wien 1996, S. 425, 426
[9]        Alle Zitate nach: Steven Pinker: Gewalt – Eine neue Geschichte der Menschheit, Frankfurt am Main 2013, S. 539-545
[10] Zitiert nach: http://www.focus.de/politik/deutschland/wir-verteidigen-europas-werte-es-gilt-das-recht-des-staerkeren_id_5016675.html (Zugriff: 30.11.15)
[11]      Zitiert nach: „Die Erlösung“ in: Cicero 10/2015, S. 55
[12]      Zitiert nach: „Die kulturelle Statik des Landes wird verändert“ in: Focus 41/2015, S. 34
[13]    Zitiert nach: Wir-brauchen-einen-Islam-auf-Basis-der-Verfassung.html (Zugriff: 15.09.15)
[14]      Zitiert nach: „Fliehen ist männlich“ in: Focus 41/2015, S. 24
[15]      Zitiert nach: http://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/sendungen/merkelbejubeln100.html (Zugriff: 12.11.15)
[16]      Zitiert nach: „Fliehen ist männlich“ in: Focus 41/2015, S. 25
[17]      Zitiert nach: „Offenes Visier für eine offene Gesellschaft“ in: Cicero 10/2015, S. 45
[18]      Zitiert nach: „Nicht Deutschland muss sich ändern, sondern manche Zuwanderer“ in: Bild v. 28.09.15, S. 2
[19]      Zitiert nach: http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1631.html/Das Züchtigungsrecht des Ehemannes gegenüber seiner Frau wurde 1928 aufgehoben.
[20]      Siehe: „So geht Deutschland“ in: Stern 41/2015, S. 36
[21]      Siehe: Fliehen ist männlich“ in: Focus 41/2015, S. 27

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GUIDO GRANDT

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