TABUTHEMA: Kinderprostitution in Afghanistan & der deutsche Einsatz am Hindukusch! (VIDEOS)


Im Januar 2012 veröffentlichte ich einen Exklusiv-Artikel zum Thema Kinderprostitution in Afghanistan und der deutsche Einsatz am Hindukusch. Wie ich aus vertraulichen Quellen erfuhr, besteht das nachfolgende System des organisierten Kindesmissbrauchs noch immer.

Deshalb hat der nachfolgende Artikel nichts, aber auch gar nichts von seiner Brisanz verloren …

Januar 2012:

Erst gestern gingen die Schlagzeilen um die Welt, dass zwei zehnjährige Kinder von britischen Soldaten in Afghanistan missbraucht wurden. Der afghanische Präsident Hamid Karzai forderte die Regierung in London auf, umgehend eine Untersuchung einzuleiten und die Schuldigen zu bestrafen.

Damit hat Karzai Recht, aber er weiß wohl genau, dass es in seinem Land eine Tradition gibt, genannt „Bacha Bazi“, die Kritiker als Kindesmissbrauch ansehen. Auch Ausländer sind immer wieder darin verwickelt.

Nachfolgend einige Videos dazu:

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=rkvbVKIs9WU


Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=kFpUdTUNHs0


Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=26o-9ORJhgs


Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=1xYTmSy2jvo


Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=mBC9Bysz6nA


Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=B7eMUwkKiFY

Zu dieser Thematik habe ich bereits Ende 2010 einen Artikel geschrieben, der bislang noch nicht veröffentlicht wurde. Nachfolgend möchte ich diesen einer breiten Leserschaft exklusiv zugänglich machen:

Er birgt politischen Sprengstoff – der kürzlich von der Enthüllungsplattform WikiLeaks der Öffentlichkeit zugänglich gemachte und „vertrauliche“ Botschaftsbericht 09KABUL1651 vom 24. Juni 2009, den die US-Botschaft in Kabul an das US-Außenministerium in Washington kabelte. Nicht nur für die amerikanische, sondern auch für die deutsche Außenpolitik.

So verwundert es wohl kaum, dass das WikiLeaks-Cable weitgehend ignoriert wird, steht doch voraussichtlich im Januar 2011 eine parlamentarische Entscheidung für die Verlängerung des Mandats für den Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch bevor.

In dem US-Botschaftsbericht gibt der damalige stellvertretende Missionschef in Kabul, Joseph A. Mussomeli, ein am 23. Juni 2009 mit dem afghanischen Innenminister Mohammad Hanif Atmar geführtes Gespräch wieder. Darin geht es unter anderem um einen skandalösen Vorfall bei einer Abschiedsparty des US-amerikanischen privaten Sicherheits- und Militärunternehmens Dyn Corp im Kunduz Regional Training Center (RTC) im April 2009, eines von den Amerikanern geführtes regionales Trainingscenter, in dem afghanische Polizisten ausgebildet werden.

Bei dieser Veranstaltung soll es nicht nur zu Drogenkonsum, sondern auch zum „Kauf“ von „Dienstleistungen eines Kindes“, von so genannten „Dancing Boys“ gekommen sein. Ausländische Auftragnehmer hätten die Jungen zur Unterhaltung „gemietet“, wie die britische Zeitung The Guardian berichtet.

Aufgrund der Ermittlungen des afghanischen Innenministeriums wurden zwei afghanische Polizisten und neun weitere Einheimische verhaftet, die die Beschaffung der Jungen ermöglicht und dafür bezahlt hatten. Dancing Boys müssen sich oftmals prostituieren und werden zum Sex weitergereicht.

Das WikiLeaks-Cable veranschaulicht weiter, wie Innenminister Atmar vor einem Publikmachen des Vorfalls warnte, weil dies „Menschenleben gefährden“ könnte.  Ebenso fürchtete er nicht nur um das Image der ausländischen Sicherheitsberater, sondern auch um sein eigenes Ansehen und schlug vor, dass die US-Regierung eine unabhängige Kommission einrichten soll, um die Vorfälle zu untersuchen.

Von der afghanischen Bevölkerung ist fast die Hälfte unter fünfzehn Jahre alt. Vor allem in den nördlichen Regionen Kunduz und Masar e-Sharif lebt die Tradition des Bacha Bazi. Hierfür werden Jungen vom Kindes- bis zum Teenageralter von lokalen Milizchefs, Kommandeuren und Geschäftsmännern von der Straße geholt, von armen Familien für geringe Geldsummen abgekauft oder einfach entführt.

Ihre „Besitzer“, für die sie gleichzeitig Eigentum und Statussymbol sind, schicken sie zu „Trainern“, zumeist Zuhältern, um sie in Gesang und Bewegung für den „Jungen-Tanz“ Bacha Bazi auszubilden. Wenn sie nach rund einem Jahr so genannte Bacchis oder Dancing Boys sind müssen sie sich als Mädchen verkleiden, oftmals schminken und bei Veranstaltungen für ältere einheimische Männer tanzen.


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Ihre „Besitzer“ missbrauchen sie häufig selbst oder vermieten sie für Geld an Politiker, Geschäftsleute, Polizisten, Militärs, Warlords oder Mitglieder der Sicherheitskräfte.

Das alles ist illegal, aber Teil eines regelrechten Systems von Kinderprostitution. Bis in die höchsten Kreise der afghanischen Politik sind diese Bacha Bazi-Partys bekannt, werden aber als kulturelle Tradition entschuldigt.

Aus diesbezüglichen Recherchen des afghanischen Journalisten Najibullah Quraishi entstand die Filmdokumentation The Warlord’s Tune: Afghanistan’s war on children, die im Februar 2010 bei ABC Australia ausgestrahlt wurde . Darin erklärt ein afghanischer Insider, dass sich nicht alle Jungen zum Tanzen eignen, dafür aber für Sodomie oder andere Praktiken.

Für die Bundesregierung kann das Publizieren des WikiLeaks-Cable 09KABUL1651 hinsichtlich der öffentlichen Meinung verhängnisvoll sein. Vor allem, wenn es um eine weitere Zustimmung für den Einsatz am Hindukusch geht, der den Steuerzahler jährlich bis zu 430 Millionen Euro (2010) kostet.

Denn gerade im Norden des Landes, in dem die Bacha Bazi-Praxis weit verbreitet ist, hat die Bundeswehr seit Juni 2006 im Rahmen der International Security Assistance Force (ISAF) die Führung des Regionalkommandos Nord übernommen. Die ISAF soll die afghanische Regierung bei der Herstellung funktionierender Regierungs- und Basis- demokratischer Prinzipien unterstützen und zwar unter Wahrung der afghanischen Traditionen und Kultur.


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Wie weit diese „Wahrung“ der einheimischen Traditionen betreffs Bacha Bazi nun tatsächlich geht, scheint bezüglich des aufgetauchten WikiLeaks-Cables fraglich. Auch die Tatsache, dass in dem Kindesmissbrauchs-Skandal afghanische Polizisten verstrickt sind macht dies nicht besser. Schließlich unterstützt das deutsche Bundesinnenministerium den Aufbau der Afghanischen Nationalpolizei (ANP) mit bis zu 75 Millionen Euro nicht nur finanziell, sondern mit rund 200 deutschen Beamten auch personell. Wohl aus diesem Grund blenden die deutschen Verantwortlichen den aufgetauchten WikiLeaks-Bericht weitgehend aus.

Auf meine diesbezügliche Anfrage teilt das Bundesministerium der Verteidigung zu dem im Cable berichteten Vorfall mit, dass dazu „keine Erkenntnisse“ vorliegen würden. Zudem würde es „keinen konkreten Hinweis auf diese Praxis (Bacha Bazi/d.A.) im Verantwortungsbereich des RC North“ geben. Die Bundeswehr würde keinen Kindesmissbrauch dulden und „bei konkreten Hinweisen in geeigneter Weise dagegen vorgehen.“

Das Auswärtige Amt erklärt mir dazu dazu: „Es handelt sich bei den auf Wikileaks veröffentlichten Dokumenten um interne und als vertraulich eingestufte Berichte der US-Botschaften. Den Inhalt dieser vertraulichen Berichte kommentiert die Bundesregierung nicht.“

Das Auswärtige Amt verweist außerdem auf den Mitte Dezember 2010 vorgestellten Fortschrittsbericht Afghanistan der Bundesregierung, der Bacha Bazi zwar nicht erwähnt, in dem es aber unter anderem heißt: „Die Menschenrechtslage in Afghanistan hat sich seit dem Sturz der Taliban 2001 verbessert, entspricht jedoch weitgehend noch nicht internationalen Standards (…) Fortschritte sind insbesondere im Bereich der Frauen- und Kinderrechte (…) zu konstatieren.“

Einem anderen Thema, das sich die deutsche Bundesregierung annehmen will, ist „Kinderrechte im Islam“.

Ob dazu auch die Abhilfe der Bacha Bazi-Praxis gehört ist aus dem aktuellen Fortschrittsbericht Afghanistan nicht ersichtlich.


Lesen Sie hier weitere unglaubliche Tabu-Themen und faktisch belegte Hintergründe zu den „Fake-News-Kriegen“ in Afghanistan, Syrien und Libyen:

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Quellen:  “Viewing cable 09KABUL1651, 06/23/09 MEETING, ASSISTANT AMB MUSSOMELI AND MOI” in: WikiLeaks.de (http://wikileaks.de/cable/2009/06/09KABUL1651.html)/Zugriff: 09.12.10///„Schlechte Noten für Karsai“ in: sueddeutsche.de v. 11.12.10 (http://www.sueddeutsche.de/politik/afghanistan-bericht-der-bundesregierung-schlechte-noten-fuer-karsai-1.1035077)/Zugriff: 13.12.10///„Bericht über die deutsche Unterstützung für den Wiederaufbau der afghanischen Polizei/178. Sitzung der Ständigen Konferenz der Innenminister und –senatoren der Länder am 23./24. Juni 2005 in Stuttgart“ v. 02.06.05, S. 1, 2 in: Bundesministerium des Innern (P I 5-645 400-14 AFG/0)///„Foreign contractors hired Afghan ‚dancing boys’. WikiLeaks cable reveals” in: guardian.co.uk v. 02.12.10 (http://www.guardian.co.uk/world/2010/dec/02/foreign-contractors-hired-dancing-boys)/Zugriff: 07.12.10///„Fortschrittsbericht Afghanistan zur Unterrichtung des Deutschen Bundestages“ v. Dezember 2010 in: Die Bundesregierung, S. 100///“Boys in Afghanistan Sold into Prostitution, Sexual Slavery” in: Digital Journal v. 20.11.07 (http://www.digitaljournal.com/article/246409/Boys_in_Afghanistan_Sold_Into_Prostitution_Sexual_Slavery)/Zugriff: 07.12.10/”Are Afghan Secuirty Forces Complicit in Child Sex Trafficking?” in: End Human Trafficking v.29.10.10 (http://humantrafficking.change.org/blog/view/are_afghan_security_forces_complicit_in_child_sex_trafficking)/Zugriff: 07.12.10/”Baccha Bazi – Afghanistans Kinderprostituierte” in: Welt Online v. 27.08.10 (http://www.welt.de/politik/ausland/article9189064/Baccha-Baazi-Afghanistans-Kinderprostituierte.html)/Zugriff: 09.12.10/”Bacha Bazi: Afghan Tradition Expolits Young Boys” in: End Human Trafficking v. 02.11.09 (http://humantrafficking.change.org/blog/view/bacha_bazi_afghan_tradition_expolits_young_boys)/Zugriff: 07.12.10///”Bacha Bazi: Afghanistan’s darkest secret” in: Indian Daily Student v. 18.11.10 (http://www.rawa.org/temp/runews/2010/11/18/bacha-bazi-afghanistanand-darkest-secret.html)/Zugriff: 07.12.10///„The Warlord’s Tune: Afghanistan’s war on children“ in: ABC News v. 22.02.10 (http://www.abc.net.au/news/stories/2010/02/22/2826024.htm)/Zugriff: 07.12.10/”The Warlord’s Tune” in: ABC Net v. 22.02.10 (http://www.abc.net.au/4corners/content/2010/s2824501.htm)/Zugriff: 07.12.10///„Fortschrittsbericht Afghanistan zur Unterrichtung des Deutschen Bundestages“ v. Dezember 2010 in: Die Bundesregierung, S. 31///„Der Einsatz in Afghanistan“ in: Einsatz Bundeswehr: Aktuelle Einsätze – Der Einsatz in Afghanistan (http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/a/einsatzbw/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLN_SJdw0OBMlB2EGu-pFw0aCUVH1vfV-P_NxU_QD9gtyIckdHRUUAHvX_ZQ!!/delta/base64xml/L3dJdyEvd0ZNQUFzQUMvNElVRS82XzFMX0VUNQ!!)/Zugriff: 13.12.10///„Polizeiliche Aufbauhilfe in Afghanistan“, Artikel v. 20.08.10 in: Bundesministerium des Innern (http://www.bmi.bund.de/DE/Themen/Sicherheit/Afghanistan/Afghanistan_node.html)/Zugriff: 09.12.10///“Bundesregierung unterstützt Zahlung afghanischer Polizeigehälter“ in: Deutsche Botschaft Kabul (http://www.kabul.diplo.de/Vertretung/kabul/de/03/Polizeiaufbau/Bundesregierung__unterstuetzt__Zahlung__afghanischer__Polizeigehaelter__s.html)/Zugriff: 09.12.10///“Deutschland errichtet neues Polizeihauptquartier für afghanische Polizei in Faisabad in: Deutsche Botschaft Kabul“ (http://www.kabul.diplo.de/Vertretung/kabul/de/03/Polizeiaufbau/Polizeihauptquartier__Faisabad__s.html)/Zugriff: 09.12.10///E-Mail vom Bundesministerium der Verteidigung (Withold Pieta) v. 21.12.10 an den Autor (Archiv Grandt)///E-Mail vom Auswärtigen Amt (Maria Adebahr) v. 13.12.10 an den Autor (Archiv Grandt)/// „Fortschrittsbericht Afghanistan zur Unterrichtung des Deutschen Bundestages“ v. Dezember 2010 in: Die Bundesregierung, S. 55, 56


Foto: Screenshot/Bildzitat aus og. 1. Video


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Ein Kommentar

  1. Ja, über Bacha Bazi hatte auch schon Udo Ulfkotte berichtet.
    Auch darüber, dass ein ehemaliger Verteidigungsminister auffallend oft in Afghanistan zu Truppen-Besuchen war…

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