Politik

"Scheinheiligkeit" der Mainstream-Journalisten: "Wie viele Flüchtlinge nehmen Sie bei sich zu Hause auf, Herr Prantl (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG)?"

GUIDO-KOLUMNE-MIX ♦ No.  544 (82/2015) ♦


 

Wie zumeist geht es in der Debatte um eine weitere Aufnahme von annähernd einer halben Million Flüchtlingen in Deutschland darum, wo diese denn untergebracht werden sollen.

Schöngeistige Politiker und verbrämte Mainstream-Vertreter in noblen Wohngegenden und in schicken Villen propagieren die Tore noch weiter zu öffnen.

Dazu gab es am 19. April 2015 in der ARD den Günther Jauch-Talk:

Das Flüchtlingsdrama! Was ist unsere Pflicht?
Sie hofften auf ein Leben in Sicherheit und fanden einen qualvollen Tod: Im Mittelmeer sind wieder Flüchtlingsboote mit Hunderten Menschen an Bord gesunken, nur wenige haben überlebt. Nun steht nicht nur die „Abschottungspolitik“ der EU in der Kritik – auch Deutschland muss sich nach seiner Verantwortung fragen lassen. Die Sendung vom Sonntag.

Der Fokus der Öffentlichkeit hat sich nun erneut auf die europäische Flüchtlings- und Abschottungspolitik gerichtet. Länder wie Italien, an deren Küste die Flüchtlinge ankommen, können den Ansturm kaum noch bewältigen und sind heillos überfordert. Doch auch Deutschland muss sich fragen lassen, ob der Umgang mit Flüchtlingen hierzulande verantwortungsvoll ist, oder ob sich Deutschland nicht viel stärker engagieren muss.

Können wir derartige Katastrophen verhindern? Welche Schuld trifft uns? Tun wir zu wenig für Flüchtlinge? Oder stößt Deutschland bereits an seine Grenzen?

Quelle: https://daserste.ndr.de/guentherjauch/forum/Das-Fluechtlingsdrama-Was-ist-unsere-Pflicht,fluechtlingstragoedie100.html

Gäste der Sendung:

– Hans-Peter Friedrich, CSU (Ehemaliger Bundesinnenminister)

– Maya Alkhechen (Floh aus Syrien nach Deutschland)

– Roger Köppel (Verleger und Chefredakteur der Schweizer „Weltwoche“)

– Christian Haase (Sprecher einer Bürgerinitiative in Bautzen)

und:

Heribert Prantl
Mitglied der Chefredaktion „Süddeutsche Zeitung“

– Heribert Prantl (Mitglied der Chefredaktion „Süddeutsche Zeitung“)

Heribert Prantl wurde 1953 im bayerischen Nittenau, Oberpfalz geboren. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften, Geschichte und Philosophie an der Universität Regensburg. Neben seiner juristischen Ausbildung machte Prantl ein Volontariat unter anderem bei den „Stuttgarter Nachrichten“, entschied sich aber zunächst für eine Karriere als Anwalt, Richter und Staatsanwalt. Erst 1988 wechselte Prantl in den Journalismus und wurde Politikredakteur bei der „Süddeutschen Zeitung“. Seit 1995 leitet er das Ressort Innenpolitik und ist seit 2011 Mitglied der Chefredaktion der „Süddeutschen Zeitung“. Prantl ist Autor zahlreicher Leitartikel und Kommentare zum Thema Flüchtlingspolitik.

Quelle: https://daserste.ndr.de/guentherjauch/aktuelle_sendung/Unsere-Gaeste-,gaeste5226.html

Hier die ganze Sendung:

http://www.ardmediathek.de/tv/G%C3%BCnther-Jauch/Das-Fl%C3%BCchtlingsdrama-Was-ist-unsere-Pfl/Das-Erste/Video?documentId=27792900&bcastId=8109878

Heribert Prantl, hochrangiger Vertreter der Mainstreampresse wirft der EU sogar vor, dass sie Flüchtlinge „tötet“. Dieses Urteil kann er sich erlauben, weil er nach eigener Aussage über viele Jahre Hinweg Asylpolitik begleitet. Nicht Flüchtlinge würden geschützt, sondern die Grenzen. Was da passiert sei ein Verbrechen. Er wünscht sich zudem eine Abschaffung der Visumspflicht, solange die Not so groß ist und auch Botschaftsasyl.

SZ-Prantl ist einer, der gern auch mal bei Jauch rumschreit: „Ich will nicht, dass die Leute (gemeint sind die Flüchtlinge/GG) verrecken!“

Das will wahrhaftig niemand.

Roger Köppel (Verleger und Chefredakteur der Schweizer Weltwoche) wirft dem Vorzeigejournalisten Verantwortungslosigkeit bei seiner Berichterstattung vor (ab Minute 20:15).

Und noch mehr: Köppl meint (ab Minute 23:15), wenn Prantl schreibt, die EU würde mit ihrer Flüchtlingspolitik töten, dann „müssen Sie, Sie sind ein wohlhabender Mann, müssen Sie in München Flüchtlinge aus Afrika bei sich zu Hause aufnehmen. Wenn Sie das nicht machen, müssen Sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass dies nicht konsequent ist, was Sie sagen!“

Und was antwortet der große Starjournalist darauf?

„Dieses Gerede kenne ich seit vielen Jahren …“

Prantl geht dann gar nicht mehr weiter darauf ein. Auch Jauch hakt nicht nach.

Ich wollte es genauer wissen, wie es um eine diesbezügliche Antwort von Prantl steht und schrieb deshalb am 19.04. 2015 an die Süddeutsche Zeitung (Hervorhebung durch mich):


Sehr geehrter Herr Prantl,

mit Interesse habe ich den Günther Jauch-Talk um die Flüchtlingsproblematik verfolgt, bei dem Sie als Gast eingeladen waren.

Herr Roger Köppel von der Weltwoche, ebenfalls Gast, stellte Ihnen die Frage, wie viele Flüchtlinge Sie denn privat bei sich aufnehmen würden, weil Sie ja wohlhabend seien? Auf diese Frage sind Sie leider eine Antwort schuldig geblieben.

Deshalb möchte ich noch einmal nachfragen: wie viele Flüchtlinge würden oder werden Sie denn in Ihren Privaträumen aufnehmen?

Ich bitte Sie um eine Antwort bis zum 22.04.15, weil ich zu diesem Termin einen neuen Content für meinen BLOG zu dieser Thematik veröffentliche…


Eine Reaktion zum gewünschten Termin erfolgte nicht.

Am 28.04.15 fragte ich deshalb in der SZ-Redaktion nach Wie so immer bei unbequemen Fragen wird gefordert, die Mail nochmals zu schicken. Auch das tat ich.

Dabei erklärte mir eine SZ-Kollegin, dass Herr Prantl diese Frage nicht beantworten würde. Sie schwadronierte etwas über eine absurde Frage, Privatsache von Herrn Prantl usw.

Bis heute warte ich auf eine Antwort, wie viele Flüchtlinge Herr Prantl denn bei sich im noblen München aufnehmen will.

Sie sehen an diesem Beispiel, wie der sprichwörtliche Hase läuft: Öffentlich mit Mitgefühl tönen und Vorwürfe formulieren aber selbst nicht bereit sein, etwas KONKRETES zu tun. Will heißen: Einflussreiche und wohlhabende Journalisten von einem Schlage Heribert Prantls sind ganz offensichtlich nicht bereit, Flüchtlinge bei sich aufzunehmen, obwohl sie in ihrer Zeitung oder im TV den moralischen Zeigefinger gegen jene erheben, die das auch nicht tun wollen.

Wohl nach dem Motto: Sollen die Flüchtlinge doch – wenn Not am Mann ist – beim „herkömmlichen“ Bürger einquartiert werden.

Wenn der geneigte Leser aufgrund dieser Artikels selbst sein Glück bei Herrn Prantl versuchen will, dann kann er ihm gerne eine Mail schicken. Hier: redaktion@sueddeutsche.de

Sollte er Ihnen antworten – was ich nicht glaube – dann geben Sie mir bitte Bescheid.

Sie sehen also, dass die „Scheinheiligkeit“  deutscher Mainstream-Journalisten vom Schlage eines gewiss einflussreichen Heribert Prantl ganz offensichtlich keine Grenzen kennen.


DENKEN SIE IMMER DARAN:

SIE HABEN EIN RECHT AUF DIE WAHRHEIT!

 Ihr und euer

GUIDO GRANDT

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