Der »Vampirismus« (in dem die zentrale Gestalt des Aberglaubens ein Vampir (Vampyr) ist) ist mitunter eine gefährliche Okkult-Ideologie. In ihr gibt es – wenn auch zumeist geleugnet – Querverbindungen zum Satanismus und sei es lediglich in der Theorie.

Bedenkt man, dass der Mentor des Neo-Satanismus, Aleister Crowley selbst mit seinem »Schlangenkuss« Blut trank beziehungsweise seine Jünger, wird aus der Anschauung schnell Praxis. Was sich diesbezüglich in anderen verschwiegenen Kulten, Logen, Orden und Zirkeln abspielt, kann wohl kaum eruiert werden.

Längst also hat sich eine Art »Vampir-Subkultur« im Untergrund gebildet, die sowohl real als auch virtuell miteinander verknüpft ist (Vereine, Homepages, Stammtische, Rollenspiele, Festivals, Lesungen, Reisen). (213)

Vampirismus wird jedoch ebenso unter anderem als »sexueller Fetisch« ausgelebt, mitunter mit »bluttriefenden Nacktaufnahmen verletzter Frauen bis hin zu blutigen sexuellen Praktiken wie Blutentnahmen (…)« (R. Fromm) (214)

Menschen verstehen sich als echte, als reale Vampire, die Blut oder Energie trinken müssen.

Der Evangelische Bund, Landesverband Sachsen und der Beauftragte für Weltanschauungs- und Sektenfragen der Ev. Luth. Landeskirche Sachsens warnten schon vor Jahren: »Der Blutfetisch dieser Gruppen mischt sich mitunter mit Praktiken der S/M-Szene. Ob die Blutentnahme immer so freiwillig geschieht, wie in der Szene behauptet, wird von Experten bezweifelt. Erklärungen zur Gewaltlosigkeit stehen im Kontrast zu extrem dunklen und gewaltverherrlichenden Phantasiewelten. Wo Fiktion und Realität aber nicht mehr voneinander getrennt werden, wird es gefährlich. Problematisch ist in jedem Fall die starke gesellschaftliche Isolation der meisten Anhänger dieser Subkultur.« (215)



Fakt ist jedenfalls, dass diese Szene bei den Insidern verharmlost wird.

Der bekannte Kriminalbiologe Mark Benecke, der auch Präsident des deutschen Flügels der Transylvanian Society of Dracula ist (216), meint beispielsweise: »Vampire gibt es. Sie sind lebendig, sehen nicht schlecht aus und denken öfters an Blut und Hälse (…) Da der Menschen-Biss aber sehr schmerzhaft ist und ebenso tödliche Keime überträgt wie das Maul eines Löwen (…) belassen es Profis bei blood exchange mittels Kanüle (…) Ausschweifender geht es bei den reinen Blut-Vergiessern und – Verschwendern zu, weil die Blood Player sich weder mittels Millimeter-Messungen noch medizinischem Murks zügeln müssen.« (217)

Abb. 71: Dr. Mark Benecke, Präsident des deutschen Flügels der Transylvanian Society of Dracula.. (Quelle Screenshot/Bildzitat: https://home.benecke.com/zombiesvampire)

Der renommierte Journalist und Szene-Kenner Rainer Fromm hält dazu fest: »(…) die Realität ist eine andere. Fakt ist, dass sich viele ‚Gebende‘ einem einzelnen ‚Vampyr‘ oder einem ganzen Zirkel teilweise über einen längeren Zeitraum zum sogenannten ‚Bloodletting‘ zur Verfügung stellen, wie der Akt der Blutgewinnung in der Szene genannt wird (…) Im Gegensatz zu öffentlichen Veranstaltungen der Vampir-Community, wird das Bloodletting in privaten Clubs oder Wohnungen offen praktiziert. Hier hat jede Gemeinschaft ihre eigenen Regeln. Die Wunden werden jedoch immer wieder so gesetzt, dass sie nicht sofort für jeden außerhalb zu sehen sind. Blut wird dann aus der Leistengegend oder dem Nacken entnommen.« (218)

Tatsächlich gibt es in der Szene das sogenannte »Jagen«, das heißt die Blutentnahme ohne Täuschen oder Gewalt. Ein Insider, der sich »Frater Mordor« nennt, der sich unter anderem mit Vampirismus, Okkultismus, Magie und weiteren Randbereichen beschäftigt und versucht, sein Wissen und seine Erfahrungen auch »in Extrembereichen« ständig zu erweitern (219), verrät diesbezüglich:

»Das seltenste und gefährlichste Phänomen, das auf dem alle warnenden Stellen ihre Parolen aufbauen, sind die Jäger. Das sind Vampire, die –  oft sogar in der Subkultur selbst –  als psychisch Kranke angesehen werden. Jene, die dunkle Dinge tun, die einen (Straft-)Tatbestand erfüllen. Dies sind Vampire, die über jede Grenze hinausgehen und sich Blut nehmen, ohne einem Codex –  außer vielleicht ihrem eigenen oder den verbotenen –  zu folgen.« (220)

Auch hier erkennen wir dieselbe »Gesetzlosigkeit«, dieselbe »Mensch-Göttlichkeit«, die wir im Neo-Satanismus, aus der Crowley-Charta kennen:

»In ihrer Welt wollen sie göttergleich und unsterblich werden; sie dienen der Natur und unterwerfen sich nicht den Regeln der Menschen. Für manche von ihnen mag die Jagd auf die ultimative Beute –  den Menschen –  einen ebensolchen Reiz ausmachen, wie für den Menschen die Jagd auf ein wildes Raubtier.«

Und weiter erklärt »Frater Mordor«, dass sich Menschen, die sich dem Vampirismus zugehörig fühlen, mitunter aufgrund des Schutzes und der Anonymität die Nähe zu Großstädten suchen.

»Aber sei es auch, weil die gefährlichsten Schatten hier in den Abgründen der Straßen untertauchen und ihre Jagd beginnen (…) Hier sind die Bereiche, die jenseits derer des Menschen liegen und von ihren Regeln und Gesetzen nur am Rande berührt werden. Sie sind gefährlich und verführerisch.« (221)


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In der Vampir-Szene soll es sogar Anleitungen zum »Ritualmord« geben, wie der Journalist Rainer Fromm, der sich seit vielen Jahren mit Satanismus und Vampirismus beschäftigt, herausfand. Er führt dazu das Szene-Insider-Werk Das Buch Noctemeron: Vom Wesen des Vampirismus des bereits erwähnten Autors »Frater Mordor« an:

»Inhalt des Buches sind Vorlagen, die in einer kaum dagewesenen Brutalität zeigen, wie Menschen getötet werden können«, meint Rainer Fromm. Im Mittelpunkt steht immer die Blutentnahme. Im Jahr 2005 wurde der Titel indiziert, über das Verlag und Autor selbst schrieben, es sei »blasphemisch, voodooistisch, vampirisch, grausam, nekrophil, kannibalistisch, sexistisch, blutig und so wunderschön, wie es das tiefste Schwarz der Nacht nur sein kann (…)« (222)

Rainer Fromm weiter: »Der Inhalt reicht von einem detailliert geschilderten Blutfetischismus, schweren Körperverletzungen bis zum Ritualmord. Kaum Zweifel an der Absicht des Autors, vorsätzlich auch finale Blutgewinnungsarten darzustellen, liefert die Technik des ‚Bisses‘, die als die traditionellste und ursprünglichste Form der Thanatologie (Wissenschaft vom Tod/GG) beschrieben wird. In dem Buch findet eine geradezu esoterische Überhöhung brutaler Körperverletzungen statt (…) Explizit geht es dabei um Techniken, die dazu dienen, ‚einen Menschen zu lähmen, zu töten oder kampfunfähig zu machen‘. Dass es um eine praktische Anleitung zum Mord geht, wird vom Buchautoren noch nicht einmal in Abrede gestellt (…)« (223)

Dass diese »Bisstechnik« äußerst gefährlich ist, erklärt »Frater Mordor« auch an anderer Stelle: »Der Biss als Technik wird nur sehr selten verwendet, da er erhebliche Gefahren beinhaltet und daher in einem solchen Vertrauensverhältnis, wie es zwischen Spender und Vampir meist herrscht, nicht angewendet wird, um Schaden zu vermeiden.« Und ergänzt: »Was nicht heißt, dass nicht gebissen wird –  manchmal mag sogar Blut dabei fließen –  , aber der Biss wird normalerweise kaum als Mittel angewendet, um realistisch an Blut zu gelangen.« (224)

Eine weitere Überschneidung zum Satanismus finden wir in diesen Ausführungen ebenfalls: »Viele sanguine Vampire (also jene, die tatsächlich Blut von anderen Menschen trinken/GG) behaupten, dass es für sie in unbestimmten Abständen notwendig ist, Blut zu sich zu nehmen. Menschenblut ist dabei, rein energetisch und genetisch, besser verwertbar als das Blut eines Tieres« (»Frater Mordor«). (225)

Mit diesem kruden Gedankengut, der magisch, okkult und satanistisch ist, ist der Weg nicht mehr weit zu Taten. Somit ist die Szene mitnichten so »harmlos« wie öffentlich propagiert wird. Wie etwa von Mark und Lydia Benecke, die mitunter als »Vampirismus-Experten« gelten.

So schreibt der Kriminalbiologe Mark Benecke, Präsident der Transylvanian Society of Dracula, Germany (226) in Vampire unter uns (Band II): »(…) die Formulierung ‚Opfer vampirischer Gewalt‘ halte ich für mindestens missverständlich. Denn niemand, der nach realen Vampir-Verbrechen gesucht hat, ist bislang fündig geworden. Die amerikanische Kollegin und Autorin Katherine Ramsland beispielsweise hat ebenso wie ich selbst enge Kontakte zu Szene-Mitgliedern und ein geschultes Auge für Straftaten. Doch obwohl wir beide tief in die Schwärze gefasst haben, konnten wir unabhängig voneinander nichts, aber auch wirklich gar nichts fürchterliches zu Tage fördern.«

Mark Beneckes Ex-Frau, die Kriminalpsychologin Lydia Benecke ergänzt im selben Buch: »Mordors Buch enthält sicherlich drastische Darstellungen – wie viele andere Bücher auch, etwa American Psycho. In der Vampyr-Szene wird aber klar Position dazu bezogen, insofern dass die Schilderungen von Tötungen als absolut fiktional anzusehen sind. Die Szene-Mitglieder sind friedfertige und, wie schon gesagt, in keiner Weise zu kriminellen Handlungen neigende Menschen.«

Dennoch bekennt Lydia Benecke ein paar Seiten weiter, dass viele der »deutschen Vampyre« in »Phasen ihres Lebens, als sie mit dem Bluttrinken begannen, Merkmale« zeigten, »die dem psychischen Störungsbild einer komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung entsprechen. Die Betroffenen haben Probleme damit, ihre Gefühlszustände und damit zusammenhängende Denk- und Verhaltensweisen angemessen zu steuern, sie zeigen vorübergehende unterschiedliche Störungen der Wahrnehmung und des Bewusstseins, körperliche Beschwerden und zwischenmenschliche Probleme.«

Sie gibt zu, dass diese »verschiedenen psychischen Störungen« (Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen), »jeweils für sich genommen schon einer klinischen Behandlung bedürfen.« Allerdings sähe sie »keinen Behandlungsbedarf« bei jenen Personen, die das »kontrollierte und in einem verantwortbaren Umfang stattfindende Bluttrinken im fetischistischen Sinne zur Steigerung ihrer sexuellen Erregen« nutzen würden.

Und wiederum etwas weiter im oben genannten Buch, bekennt Lydia Benecke, dass Betroffene von einer Posttraumatischen Belastungsstörung, unter der einige der Vampire ja leiden, wie sie ein paar Seiten zuvor noch schrieb, unter Reizbarkeit litten und »Wutausbrüche« hätten. Bei der Komplexen Posttraumatischen Persönlichkeitsstörung würde es schwer fallen, »aggressive Impulse zu steuern. Einige zeigen selbstverletzendes Verhalten (…) Die Selbstwahrnehmung der Betroffenen ist gestört.«

Benecke: »Ein weiteres Merkmal ist die Veränderung der Lebenseinstellung. Damit sind Gefühle von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung bezüglich der Zukunftsperspektive und/oder der Verlust früherer Wertvorstellungen und Grundüberzeugungen gemeint. Diese Form der Veränderung der Lebenseinstellung kann aber auch bei einer Depression auftreten.«

Und: »Gefühle von starker innerer Anspannung, Gereiztheit, Wut, Angst, Ekel, Scham und Traurigkeit bauen sich immer stärker in den Betroffenen auf.« Einige Betroffene würden damit beginnen, »mit Alkohol und Drogen zu experimentieren«, um wenigstens kurzzeitig in eine positive Stimmung zu kommen. Allerdings würde das nur eine »sehr kleine Minderheit der Vampyre (die an einer Untersuchung teilnahmen/GG)« tun.

Ferner geht Lydia Benecke davon aus, dass einige »Vampyre« eine Borderline-Persönlichkeitsstörung besäßen. Dazu gehöre auch die »Abwertung (der Partner als Gegner, den der Betroffene als Gefahr ansieht und der in diesen Phasen gehasst wird).« (227)

Festzuhalten gilt: In der Vampir-Szene gibt es also eine bestimmte Anzahl von Menschen die verschiedene »psychische Störungen« aufweisen. Auch wenn die Beneckes negieren, dass es darin »keine realen« Vampir-Verbrechen gebe, »die Schilderungen von Tötungen als absolut fiktional anzusehen« seien, gibt es dennoch unter ihnen brutale Mörder: Menschen, die etwa unter dem sogenannten »Renfield-Syndrome« leiden, dem starken Drang, Blut trinken zu wollen, was mitunter einhergehen kann mit sexuellem Sadismus. (228)

Das gibt der Szene-Insider »Frater Mordor« auch genauso unumwunden zu und widerspricht damit den sogenannten »Benecke-Vampir-Experten«: »Durch die Geschichte sind verschiedene Fälle von solchen ‚kriminellen‘ Vampiren bekannt geworden. Manche mögen in den Statistiken unter Mord oder Folter einfach untergegangen sein. Gegeben hat es sie durchaus und es gibt sie noch immer.« (229)

In der Tat!

Vier Beispiele hierfür:

– Im November 1996 raubt Rod Ferrell mit drei Komplizen die Eltern einer Freundin in Eustis, Florida aus. Dann tötet er sie mit einem Brecheisen. In den Körper des Vaters brennen sie ein großes »V« ein. Später stellt sich heraus, dass dieses »V« für »Vampir« steht und Ferrell der Anführer einer »Vampirsekte« ist. Klassenkameraden berichten, dass er und seine Freunde sich in die Arme schnitten, Blut tranken, sowie Rituale des Vampirkults betrieben. Ferrell wird wegen Beteiligung an einem Doppelmord zum Tode auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. (229/1)

– Auf »Befehl« Satans überfallen im Juni in Neubrandenburg die 19-jährige Heidi B. und der 21-jährige Manuel S. einen Baggerfahrer, fügen ihm Stiche in Rücken, Hand und Kopf zu. Dieser überlebt wie durch ein Wunder. Nach ihrer Festnahme geben die Täter an, dass sie Menschenblut trinken wollten. Heidi B. beschäftigte sich mit Vampirismus, Schwarzer Magie, Satanismus und Okkultismus. Seit dem Jahr 2000 trinkt sie nach eigenen Angaben Blut. Ihr Freund Manuel S. schlägt irgendwann einmal vor, jemanden »abzustechen«. Im Gruftie-Look gehen sie wenig später auf »Menschenjagd.« Schließlich stellt sich heraus, dass beide in eine größere Szene eingebunden waren. Heidi B. erhält bei der Gerichtsverhandlung sechs und Manuel S. acht Jahre Haft wegen versuchten Mordes und Tiertötungen (die sie zudem durchführten). (229/2)

– Im Juni töten der 16-jährige Jan D. und der 22-jährige Hendrik M., im Blutrausch angetrieben von Satanismus und Vampirismus, in Prag den Taxifahrer Jan K., der sie zu einem Friedhof am Stadtrand fährt, mit 42 Beilhieben. Spezialkräfte der Polizei nehmen die beiden Mörder knapp eine Woche später fest, als sie wieder nach Deutschland zurückreisen. Jan D. hatte irrtümlich im Taxi ein Schreiben vergessen, auf dem sein Name stand, was die Ermittler auf seine Spur und die seines Freundes bringt. Die Mörder sind vom Abschlachten und von Vampiren regelrecht besessen. Beim Prozess stellt sich heraus, dass die beiden Satanisten dieselbe Tat wie in Prag bereits in Metzingen (Landkreis Reutlingen) versucht haben. Nach eigener Aussage aus »Durst auf Blut«. Beide Angeklagten, die ein ausgeprägtes Interesse an Satanismus und Vampirismus haben, sind geständig. Laut Staatsanwaltschaft beschäftigten sie sich intensiv mit Texten, Musik und Filmen aus der Szene, in denen es teilweise um massive Gewalt geht, die ihre Tötungsfantasien anregten. Der Vorwurf: Aus »satanistischer Mordlust« sollen die beiden Männer die schreckliche Tat begangen haben. Jan D. wird schließlich zu zehn Jahren Jugendstrafe, Hendrik M. zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Das ist die Höchststrafe, die möglich ist. (229/3)


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Nachfolgend noch weitere Beispiele dieser »kriminellen« Vampire:

– In den späten 1960er und frühen 1970er Jahren wütete der kanadische »Vampirvergewaltiger« (wie er ebenso genannt wurde) Wayne Clifford Boden, der gleich mehrere Frauen ermordete. Zumeist biss er seine weiblichen Opfer in die Brüste und trank hieraus Blut. (230)

– Richard Trenton Chase, der »Vampir von Sacramento« tötete in sadistischer Weise Kaninchen, Katzen und Hunde, schlürfte deren Blut und spritzte sich unter anderem Kaninchenblut in die Venen, weil er in seiner Wahnvorstellung glaubte, nur fremdes Blut würde ihm am Leben erhalten. Er kam in die Psychiatrie. Aus dieser wurde er jedoch wieder entlassen, weil er sich »nur« an Tieren zu schaffen gemacht hatte, setzte draußen aber gleich darauf seine Medikamente ab. Es kam zur Katastrophe. Zwischen 1977 und 1979 ermordete Chase mindestens fünf Menschen. Darunter die 22-jährige schwangere Terry Walin, die er nach der Tötung im »Zustand eines Blutrausches« regelrecht ausweidete. Neben ihrem Leichnam fand die Polizei später einen Joghurtbecher, aus dem der mörderische »Vampir« das Blut der Sterbenden auffing, um es zu trinken. Bei einer Hausdurchsuchung stellten die Ermittler nicht nur blutgetränkte Lappen und Schalen voller Blut sicher, sondern im Kühlschrank auch menschliche Organe. (231)

– Ein anderer »Vampir« war der italienische Frauenmörder Verzini, der die Genitalien seiner Opfer stets unberührt ließ, sie jedoch am Hals aufschnitt und ihren Lebenssaft trank. Nach der Verhaftung gab er bekannt: »Es genügt mir völlig, den Hals der Frau zu schlitzen und Blut zu saugen.« (232)

– Ein weiterer »Blutsauger« war der französische Serienmörder Antoine Léger, der junge Mädchen tötete und vergewaltigte, um ihnen danach das Herz herauszureißen und das Blut zu trinken. Bei seinem Prozess tat er kund, unter »unstillbarem Durst« gelitten zu haben. 1824 wurde er hingerichtet. (233)

– Ein anderes Beispiel ist John Haigh, der »Vampir von London«, der von 1944 bis 1949 mindestens neun Menschen tötete und ihre Leichen dann in Schwefelsäure auflöste. Nach eigenen Angaben litt er schon früh an Blutdurst und verletzte sich selbst, um sein eigenes Blut aufzusaugen. Als Haighs Gier im Erwachsenenalter immer stärker wurde, ermordete er Frauen und Männer und saugte das Blut aus ihrer Kehle. Dazu sagte er: »Nachdem ich meine Opfer erschossen hatte, fügte ich ihnen einen kleinen Einschnitt gewöhnlich auf der rechten Halsseite zu, und trank drei bis fünf Minuten lang das austretende Blut, wonach ich mich besser fühlte.« Später meinte er, dass er zur »Familie der Vampire« gehöre. Der Autor Basil Cooper, der sich ausführlich mit den polizeilichen Vernehmungen John Haighs beschäftigte, resümierte: »Aus seiner qualvollen Kindheit war er als seelisch deformiertes Wesen hervorgegangen; ein vampirisches Raubtier, dessen Durst nach Menschenblut in mindestens sechs Gelegenheit post mortem gestillt wurde.« Das (über diese Szene wohl uninformierte) Gericht allerdings sah das anders, ging vielmehr davon aus, dass der »Vampirismus« nur vorgeschoben sei und Haigh seine Opfer aus Habgier ermordet habe. Schließlich wurde der »Vampir von London« wegen dieses Straftatbestandes hingerichtet. (234)

– Auch der »Texas-Vampir« hielt die Ermittler in Atem: Am 19. April 1998 lockte der 21-jährige Pablo Lucio Vasquez in Donna, einer Kleinstadt im texanischen Rio Grande Valley, den 12-jährigen David Cardenas in einen Schuppen, schlug ihn bewusstlos, schnitt ihm die Kehle auf, hob ihn hoch, damit das Blut auf sein Gesicht tropfte und trank es. Später gab er an, dass ihm eine Stimme im Kopf befohlen hätte, dies zu tun. Danach skalpierte er den Jungen, trennte ihm beide Arme und einen Fuß ab, riss ihm mehrere Zähne heraus und versuchte, ihn zu enthaupten, was jedoch misslang. Auch das hätte der Teufel angeordnet. Fünf Tage später wurde Davids schrecklich verstümmelte Leiche unter einigen Aluminiumteilen gefunden. Die Polizei ging davon aus, dass der grausame Mord mit einem satanischen Kult in Verbindung stehen könnte, in den mehrere Personen verwickelt waren. Letztlich wurde ein weiterer Tatbeteiligter wegen Mordes zu 35 Jahren Haft verurteilt, drei andere erhielten eine Bewährungs- und Geldstrafe, weil sie versuchten, die Tötung zu vertuschen. Pablo Lucio Vasquez, der »Texas-Vampir« selbst erhielt die Todesstrafe. (235)

– Einer der berüchtigtsten Mörder in der Geschichte Brasiliens war Marcelo Costa De Andrade. 1991 vergewaltigte und tötete er mindestens vierzehn männliche Kinder auf bestialische Weise. Nach den Taten verging er sich auf nekrophile Art an den Leichen, enthauptete sie und trank deren Blut. Sein letztes Opfer, ein zehnjähriger Junge, in den sich De Andrade »verliebte« konnte jedoch fliehen. Schließlich wurde der Serienkiller verhaftet, der gestand: »… der Priester sagte, dass sie (die Kinder/GG) automatisch in den Himmel kommen, wenn sie sterben, bevor sie dreizehn Jahre alt sind. Ich habe ihnen also einen Gefallen getan, indem ich sie in den Himmel geschickt habe.« Marcelo Costa De Andrade wurde zu einer lebenslangen Sicherungsverwahrung verurteilt. Allerdings gelang ihm 1997 die Flucht aus der Anstalt für kriminelle Geisteskranke. (236)

– Aber auch in Deutschland gab es spektakuläre Fälle von »Blutfetischismus«, wie etwa den sogenannten »Vampir von Düsseldorf«, Peter Kürten. Zur Zeit der Weimarer Republik tötete er mindestens neun Menschen. Zumeist erstach er sie mit einer Schere, trank mitunter ihr Blut. Selbst gab er gar dreizehn Morde, dreißig Mordversuche und sechsunddreißig Brandstiftungen zu. Nach seiner Verhaftung bekannte er: »Das Blut ist ausschlaggebend in den meisten Fällen, das bloße Würgen genügt meist nicht, um zum Samenerguss zu kommen.« So gestand Kürten bezüglich der Ermordung des Opfers Maria Hahn später: »Ich hatte der Hahn zuerst eine Verletzung am Halse beigebracht. Aus dieser Verletzung habe ich Blut in mich aufgenommen von der Hahn, größere Mengen.« Auf die Frage, ob er es getrunken habe, antwortete er: »Ja. Hierbei trat die Auslösung der sexuellen Erregung ein. Das getrunkene Blut habe ich nachher wieder ausgebrochen.« Tatsächlich begann Kürten seinen ersten Sexualmord an der 13-jährigen Schülerin Christine Klein. Er erwürgte sie, schnitt ihr mit einem Taschenmesser die Kehle durch und drang mit seinen Fingern in ihre Scheide ein. Auch der fünfjährigen Gertrude Hamacher und der 14-jährigen Luise Lenzen schlitzte er die Hälse auf. Oft trank er Blut aus den Verletzungen seiner Opfer, was ihm sexuelle Befriedigung verschaffte. Peter Kürten wurde am 2. Juli 1931 auf der Guillotine enthauptet. (237)

Die »Hardcore-Vampir-Szene«, wie ich sie an dieser Stelle nennen möchte, in Anlehnung an den »Hardcore-Satanismus«, bildet bei ihren »Blutspielen« eine Verbindung mit der »sadomasochistischen Praktik des Auspeitschens«. Und: »Blutfetischismus« wird demnach oft von anderen sexuellen Fetischen wie Sadismus und Masochismus begleitet. (238)

Ein weiterer Szene-Insider, der sich »Frater Piarus« nennt, erklärt in Vampire und Blutrituale den Drift vom Vampirismus in den Satanismus: »Der Vampir hat die wunderbare Eigenschaft, einst Mensch gewesen zu sein. Der Vampir ist ein ganz besonderes Wesen – ein Gott, zu dem wir werden können, die Parodie Christi, Buddhas, des Avatars – der gottgleiche Mensch.« (239)

Das liest sich wie Aleister Crowley fast eins zu eins!

»Frater Piarus« führt noch weitere Verbindungen in den Satanismus an, wie beispielsweise  die »Sexualmagie«. Ebenso Gruppensex und selbst Sodomie (auch Zoophilie genannt, also der Geschlechtsverkehr mit Tieren bzw. sexuelle Handlungen mit ihnen/GG) wird als »Geheimrezept« propagiert. Ungeniert macht »Frater Piarus« zudem Werbung für okkulte Satanslogen, wie etwa den Ordo Templi Orientis (OTO). (240)

Weitere Fragen dazu erübrigen sich wohl.


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Quellen:

(213) Vgl. Rainer Fromm: Schwarze Geister, neue Nazis – Jugendliche im Visier totalitärer Bewegungen, München 2008, S. 182, 183

(214) Vgl. Rainer Fromm: Schwarze Geister, neue Nazis – Jugendliche im Visier totalitärer Bewegungen, München 2008, S. 182, 183

(215) Vgl. Confessio Themenheft 1 (November 2007): „Satanismus – Sympathie mit dem Bösen“, Dresden 2007, S. 21

(216) siehe dazu:  https://home.benecke.com/zombiesvampire (Zugriff: 06.10.20)

(217) Vgl. Mark Benecke: Vampire unter uns: Jugendliche Vampir-Subkulturen, in: Bertschik, J./Tuczey, C.A: Poetische Wiedergänger, Francke Verlag, Tübingen 2004, S. 285-302, zitiert nach: Rainer Fromm: Schwarze Geister, neue Nazis – Jugendliche im Visier totalitärer Bewegungen, München 2008, S. 201

(218) Rainer Fromm: Schwarze Geister, neue Nazis – Jugendliche im Visier totalitärer Bewegungen, München 2008, S. 208

(219) Mark Benecke (Hrsg.): Vampire unter uns!, Remda-Teichel, 2009, 2010, 2016, S. 212

(220) Mark Benecke (Hrsg.): Vampire unter uns!, Remda-Teichel, 2009, 2010, 2016, S. 101

(221) Mark Benecke (Hrsg.): Vampire unter uns!, Remda-Teichel, 2009, 2010, 2016, S. 101, 104

(222) Rainer Fromm: Schwarze Geister, neue Nazis – Jugendliche im Visier totalitärer Bewegungen, München 2008, S. 178, 179

(223) Rainer Fromm: Schwarze Geister, neue Nazis – Jugendliche im Visier totalitärer Bewegungen, München 2008, S. 179, 180

(224) Mark Benecke (Hrsg.): Vampire unter uns!, Remda-Teichel, 2009, 2010, 2016, S. 100

(225) Mark Benecke (Hrsg.): Vampire unter uns!, Remda-Teichel, 2009, 2010, 2016, S. 100

(226) Siehe Mark Beneckes Homepage, auf der u.a. steht: Dr. Mark Benecke, International Forensic Research & Consulting, The Transylvanian Society of Dracula (TSD), Scientific Headquarters: Mark Benecke, Ph.D., TSD President, Cologne, Germany  (https://home.benecke.com/zombiesvampire)/Zugriff: 30.12.20/// sowie:  Mark Benecke/Lydia Benecke: Vampire unter uns (Band II), Rudolstadt 2010, S. 6

(227) Mark Benecke/Lydia Benecke: Vampire unter uns (Band II), Rudolstadt 2010, S. 32, 33, 35, 38, 39, 59, 61, 62, 64, 65, 69

(228) Vgl. Rainer Fromm: Schwarze Geister, neue Nazis – Jugendliche im Visier totalitärer Bewegungen, München 2008, S. 202

(229) Vgl. Mark Benecke (Hrsg.): Vampire unter uns!, Remda-Teichel, 2009, 2010, 2016, S. 101

(229/1) Vgl. Welt am Sonntag v. 01. März 1998/“Teenager verurteilt“ in: Zollernalb-Kurier v. 02. März 1998

(229/2) Vgl. Rainer Fromm: Schwarze Geister, Neue Nazis – Jugendliche im Visier totalitärer Bewegungen, München 2008, S. 121 – 124

(229/3) Vgl. Vgl. „Nach dem brutalen Mord an einem Taxifahrer in Prag – Die dunkle Welt der Satanisten in Deutschland“ in: Bild v. 10. April 2014 (https://www.bild.de/news/inland/satanismus/satanismus-report-deutschland-35456190.bild.html)/Zugriff: 22.10.20///“Satanisten gestehen Mord: Taxifahrer mit Beil getötet“ in: pz-news v. 28. November 2013 (https://www.pz-news.de/baden-wuerttemberg_artikel,-Satanisten-gestehen-Mord-Taxifahrer-mit-Beil-getoetet-_arid,455322.html)/Zugriff: 23.10.20///“Höchststrafe für Mord an Prager Taxifahrer“ in: Stuttgarter Zeitung v. 28. Mai 2014 (https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.landgericht-tuebingen-hoechststrafe-fuer-mord-an-prager-taxifahrer.e8e23fc3-95e9-42a2-8a5e-854bf8a23ca8.html)/Zugriff: 23.10.20///“Satanismus-Mord an Taxifahrer – „Durst auf Blut“ in: spiegel.de v. 10. April 2014 (https://www.spiegel.de/panorama/justiz/satanismus-mord-an-taxifahrer-freunde-in-tuebingen-vor-gericht-a-963769.html)/Zugriff: 23.10.20

(230) Vgl. Harry Lieber/Heidi Stock/Louis Paul: Serienmörder – Bestien in Menschengestalt, München 2000, S. 242, 243

(231) Vgl. Rainer Fromm: Schwarze Geister, neue Nazis – Jugendliche im Visier totalitärer Bewegungen, München 2008, S. 203///Harry Lieber/Heidi Stock/Louis Paul: Serienmörder – Bestien in Menschengestalt, München 2000, S. 261-266

(232) Vgl. Rainer Fromm: Schwarze Geister, neue Nazis – Jugendliche im Visier totalitärer Bewegungen, München 2008, S. 204

(233) Vgl. Rainer Fromm: Schwarze Geister, neue Nazis – Jugendliche im Visier totalitärer Bewegungen, München 2008, S. 204

(234) Vgl. Basil Cooper: Der Vampir in Legende, Kunst und Wirklichkeit, Leipzig 2005, S. 234ff. und: http://www.serienkillers.de/serienm%C3%B6rder/g-j/haigh-john/ (Zugriff: 06.10.20) sowie: Rainer Fromm: Schwarze Geister, neue Nazis – Jugendliche im Visier totalitärer Bewegungen, München 2008, S. 205, 206

(235) Vgl. „Texas ‚vampire‘ who murdered 12-year-old boy before drinking his blood and mutilating his body set to be executed Wednesday“ in: dailymail.co.uk v. 5. April 2016 (https://www.dailymail.co.uk/news/article-3524945/South-Texas-man-set-die-said-drank-victims-blood.html)/Zugriff: 08.01.21

(236) Vgl. Harry Lieber/Heidi Stock/Louis Paul: Serienmörder – Bestien in Menschengestalt, München 2000, S. 282, 283

(237) Vgl. https://vampyr-von-duesseldorf.de/2011/02/die-akte-6-maria-hahn-11-august-1929/ (Zugriff: 06.10.20)///https://www.stern.de/panorama/stern-crime/die-schlimmsten-deutschen-serienmoerder_6858252-6858272.html (Zugriff: 06.10.20) sowie: Rainer Fromm: Schwarze Geister, neue Nazis – Jugendliche im Visier totalitärer Bewegungen, München 2008, S. 206///Peter & Julia Murakami: Lexikon der Serienmörder – 450 Fallstudien einer pathologischen Tötungsart, München 2001, S. 112-115///Harry Lieber/Heidi Stock/Louis Paul: Serienmörder – Bestien in Menschengestalt, München 2000, S. 70-74

(238) Vgl. Britta Radkowsky: Moderne Vampire: Mythos als Ausdruck einer Persönlichkeit, Neusäß 2005, S. 58///Norbert Borrmann: Vampirismus, München 1999, S. 207

(239) Frater Piarus: Vampire und Blutrituale, Leipzig 2003, Klappentext


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Foto:Collage aus  Symbolbilder https://commons.wikimedia.org/wiki/File:LydiaBenecke.jpg (Autor:Alexander Spanke, Quelle: eigene Arbeit, 2. August 2015, Lydia Benecke) und https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mark_benecke_palermo_2012.jpg (Quelle und Autor: Markus Benecke (Forensischer Biologe Mark Benecke, Ph.D. Arbeit an der größten Mumiensammlung in Palermo, Italien ( Catacombe dei Cappuccini ). Hier: Insektenrestsammlung im Auftrag des Abtes des Klosters zur Feststellung von Lebensumständen und Lagerbedingungen)



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2 Gedanken zu „GEFÄHRLICHE OKKULT-IDEOLOGIE VAMPIRISMUS: Verharmlost von den „Benecke-Experten?““

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