Ferien. Sommer. Sonne. Für viele Frauen beginnt hier ein Märchen – die große Urlaubsliebe, echte Gefühle, brennende Leidenschaft. Doch was so traumhaft beginnt, wird oft zum Albtraum.
Viele der unbedarften und romantischen ausländischen Liebeshungrigen glauben an einheimische Männer, die jedoch nur eines im Sinn haben: Ihr Vertrauen zu missbrauchen, sie zu benutzen, sie zu belügen, sie zu betrügen, sie zu verraten. Und am Ende gnadenlos auszunehmen.
Längst sind die paradiesischen Urlaubsorte zu Jagdrevier geworden, in denen Gefühlskriminelle lauern – Männer, für die Liebe nur eine Ware ist und Romantik ein Mittel zum Zweck. Zumeist geht es dabei nur um zwei Dinge: Geld. Und ein Ticket nach Europa durch eine Heirat, um sich so eine Aufenthaltsgenehmigung in den Heimatländern der Frauen zu ergaunern. Ein Heiratsversprechen als Falle. Frei nach dem Motto: „Wir erobern dein Herz und räumen dein Konto!“
Die Rede ist von so genannten „Beznessern“.
INFOBOX: Bezness = das Geschäft mit der vorgespielten Liebe. Der Begriff ist zusammengesetzt aus dem deutschen Wort Beziehung und dem englischen Wort Business. Schon längst lauern im Urlaub Liebesbetrüger, denen es langfristig nur um zwei Dinge geht: um das Geld der Touristinnen oder eine Hochzeit mit ihnen, um sich so eine Aufenthaltsgenehmigung für Europa zu ergaunern. Schaffen die Beznesser es bis dahin gipfeln ihre Maschen oft in der Entführung ihrer hier geborenen Kinder in ihre Heimatländer (der Beznesser). Die Gefühls-Gangster sind organisiert und arbeiten systematisch. Schon 2011, so Experten, sind 5.000 Frauen auf die Betrüger hereingefallen. Weitaus höher ist die Dunkelziffer. Ein Millionengeschäft. Experten hingegen schätzen, dass durch Bezness dem deutschen Sozialsystem jährlich ein Schaden von rund 1,5 Milliarden Euro zugefügt wird (z.B. durch Sozialhilfe und Hart IV für verschuldete Opfer oder in Deutschland verheiratete Täter oder Abschiebekosten etc.) Zudem stehen die Behörden dieser „Gefühlskriminalität“ völlig hilflos gegenüber. Diesen Begriff hat mein Freund, der ehemalige Kriminalhauptkommissar Hans Schmiederer, absolut treffend geprägt.
Viele Menschen, die normalerweise keine Möglichkeit haben ihr Land zu verlassen, sehen die europäische Heirat als Mittel zum Zweck. Ein angenehmes Leben durch Geld und schließlich eine Aufenthaltserlaubnis im „gelobten Land“, ist für sie das erstrebenswerteste aller Ziele. Da dieses Ziel am leichtesten durch die Vortäuschung von Liebe zu erzielen ist, werden europäische Frauen und Männer im Urlaub zu Opfern eines interkulturellen Betruges. Bezness hat nichts mit Prostitutionstourismus zu tun und muss streng getrennt werden …
Bezness weist im Grunde mafiöse Strukturen auf, denn die Gefühlsgangster arbeiten oftmals organisiert und systematisch. Bezness wird mittlerweile in allen Urlaubsländern praktiziert, in denen Armut und Korruption vorherrschen. Die bekanntesten und für die deutschen Urlauber am relevantesten: Kenia, Türkei, Ägypten, Tunesien, Marokko, Dominikanische Republik …
Neben dem enormen emotionalen Schaden, das Bezness verursacht, gibt es auch einen finanziellen Aspekt. Bezness-Opfer verlieren in der Regel ihr gesamtes Hab und Gut. Zurück bleibt der finanzielle totale Ruin der Betroffenen. Nicht selten landen einige Haus- und Grundstücksbesitzer im Hartz-IV-Land, aus dem nur schwer wieder herauszukommen ist.
1000undeinsgeschichte.de (https://www.1001geschichte.de/) ist Europas größte Plattform gegen Ehebetrug und Bezness:
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Evelyne Kern (1001geschichte.de) sagte mir damals im Interview: „Dem Betrüger, dem Beznesser ist es ja egal, welche Frau das ist; Hauptsache sie hat zwei Voraussetzungen: Sie heiratet ihn, damit er den Aufenthaltsstatus für Deutschland bekommt und sie hat genug Geld. Frauen, die alleine in den Urlaub fahren, haben vielleicht auch gerade eine Beziehung hinter sich, sind anfällig für schöne Worte und diese Typen wissen ganz genau, wie sie auf diese Frauen zugehen müssen, wie sie auf sie eingehen müssen. Wenn jemand sagt, dass die Frauen selbst schuld sind, dann irrt er. Wenn sich eine Frau verliebt, dann vertraut sie dem Menschen.“

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Seit Monaten schon recherchiere ich in den Jahren 2010 und 2011 – und darüber hinaus – zum Thema „Bezness.“ Eine große deutsche Zeitung beauftragt mich, eine Vor-Ort-Reportage für ihren Video-Kanal zu drehen, um aufzeigen, wie das System der „Liebesmafia“ tatsächlich funktioniert. Und mit welchen Tricks ausländische Frauen in den verschiedenen Ländern in die Falle gelockt werden.. Kein sicherer Dreh auf Distanz, sondern mitten hinein in dieses perfide System.“ Zwei weibliche Lockvögel begleiten mich auf die Investigativ-Reise.
Zu jener Zeit kommen aufgrund politischer Unruhen Ägypten und Tunesien als „Dreh-Orte“ nicht in Frage, obwohl ich auch hierzu viele „Opferfälle“ recherchiert habe. Am Ende fällt die Wahl auf die Türkei.
Die Türkei – eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen – steht weit oben auf der „Bezness-Liste“. Ein Paradies, in dem nicht nur die Sonne brennt, sondern oftmals auch die Lügen. Ist das Geschäft mit der vorgespielten Liebe vielleicht sogar ein heimlicher Wirtschaftszweig im Schatten des Tourismus?
Wir wollen es herausfinden. Wollen sehen und undercover drehen, wie dieses perfide Spiel funktioniert.
Also reise ich mit meinem Team nach Side: Kameramann Norbert und die Reporterinnen Lisa und Birgit. Verdeckte Operation. Erneut.
Lisa und Birgit werden Lockvögel spielen – leichte Beute für die Liebesbetrüger.
Norbert und ich tarnen uns als harmlose Touristen, wollen uns mit den Liebesbetrügern „anfreunden“, um so etwas über deren Abzock-Methoden zu erfahren. Und mit versteckter Kamera die Maschinerie der Gefühlskriminalität sichtbar machen. Zum ersten Mal.
Flughafen Antalya. 19:50 Uhr.
Die Condor-Maschine aus Stuttgart landet pünktlich. Ankunft im Land der versprochenen Träume – und der verborgenen Fallen.
Die Kontrolle der Reisepapiere geht einigermaßen zügig voran, wie auch unser Gepäck über das Kofferband rollt. Ich beobachte die Menschen. Viele alleinreisende Frauen. Jung, alt, hoffnungsvoll. Aber auch Paare und Gruppen. Niemand lacht. Die Müdigkeit hängt schwer in der Luft, trotz des kurzen Flugs von nur viereinhalb Stunden.
Draußen, vor der Abfertigungshalle, herrscht bereits Dunkelheit. Ich rolle meinen Koffer zum Tourbus, den ein Mitarbeiter des Reiseveranstalters mir zuweist. Die Temperatur kratzt an 20 Grad. Es ist April und der Himmel ist wolkenverhangen. Die drückende Hitze, denke ich, wird noch kommen. Wie die Geschichten, die unter dieser Sonne geboren werden – und nicht immer gut enden.
Bevor ich in den kleinen Bus einsteige, fällt mir noch eine Szene ins Auge, die wie aus einem Drehbuch für meinen anstehenden Film stammt.
Eine junge Deutsche wirft sich ihrem Ali in die Arme – oder wie auch immer er heißen mag – und küsst ihn stürmisch. Er zwinkert mir zu. Hochgezogene Augenbrauen, ein kurzer Blick. So von Mann zu Mann. Nur das Schulterzucken fehlt noch. Dann flüstert er seiner Eroberung etwas ins Ohr. Miss Germany schluchzt leise. Dann bin ich außer Hör- und Sehweite.
Ich bin der Erste unseres Teams, der in der Türkei ankommt. Die anderen folgen.
Alle inkognito, als ganz normale Pauschaltouristen. Das ist Regel Nummer eins unserer investigativen Arbeit: Offizielle Anmeldung der Dreharbeiten? Niemals, denn dann könnten wir uns in jenen Ländern, in denen wir arbeiten, ohne die Schatten der Geheimpolizei nicht mehr bewegen. Undercover-Recherche wäre unmöglich. Also bleiben wir unsichtbar.
Ganz normale Touristen. Zumindest auf den ersten Blick.
Der Bus schaukelt und rattert vom Flughafen Antalya in Richtung Side. Ein endloser Ritt durch eine Welt aus Beton. Hotelbunker, klobig und grau, die besten Jahre längst vorbei. Jedes Mal, wenn die Bustür aufgeht, hoffe ich: Nicht mein Ziel. Doch ich habe Glück. Zumindest vom ersten Augenschein her. Vier Sterne, direkt am Meer, etwas außerhalb von Side. All inclusive.
Mein Kameramann Norbert wird erst vier Stunden später eintreffen, weil er nicht aus Stuttgart wie ich, sondern aus Wien anreist. Wir spielen die Rollen von deutschen Freunden, die sich einen Türkei-Urlaub gegönnt haben. Lisa und Birgit – unsere beiden „Lockvögel“ – landen morgen Nachmittag. Zwei Frauen Mitte vierzig, perfekt für die Rollen. Offiziell werden wir uns nicht kennen.
Der Dreh im Auftrag einer großen Wochenzeitschrift für deren Onlinekanal habe ich wochenlang vorbereitet. Ich bin verantwortlich. Redakteur, Produzent, Mittendrin statt nur dabei. Mein und unser Ziel ist klar: Wir wollen hautnah aufzeigen, wie die Liebesmafia funktioniert. Wie Gefühle zur Ware werden. Wie Herzen gebrochen und Bankkonten geplündert werden. Es ist ein gefährlicher Job. Und vielleicht ist es besser, dass ich noch nicht weiß, was uns erwartet.
Der nächste Morgen beginnt pragmatisch. Geldwechsel im Hotel.
Nicht optimal – aber Zeit ist Luxus, den Norbert und ich uns nicht leisten können und wir deswegen nicht extra zu einer Bank nach Side fahren kann, um einen besseren Wechselkurs zu bekommen. Vielmehr drehen wir als Touris Außenaufnahmen und besorgen uns gleichzeitig noch einheimische SIM-Karten mit Mobilnummern, damit wir uns unauffällig miteinander kommunizieren können. Ohne Spuren zu hinterlassen.
Vergangene Nacht hatten Norbert und ich noch ein kurzes Treffen in seinem Zimmer.
Die versteckten Kameras vorbereitet. Letzte Details der Recherche besprochen.
Heute treffen auch Lisa und Birgit ein. Offiziell sind wir natürlich Fremde. Eine kurze SMS von meiner neuen Nummer – auch sie sollen sich damit ausstatten. Diskretion ist unsere Währung.
Jetzt, da das Team komplett ist, beginnen die Recherchen, die Strukturen der Heiratsmafia aufdecken. Die Hoteliers, die Kellner, die Geschäftsleute – sie alle stecken unter einer Decke. So wurde uns gesagt. So sollte es sich herausstellen. Unsere Kameras bleiben versteckt. Drehs auf dünnem Eis. Unsere Fragen getarnt. Unsere Existenz – so unsichtbar wie möglich. Denn jede Unachtsamkeit könnte uns in höchste Gefahr bringen.
Schon beim ersten Rundgang durch die weitläufige Hotelanlage werden Lisa und Birgit von einem der Animateure angegraben. Yusuf nenne ich ihn hier. Sein echter Name tut nichts zur Sache. Ohne zu zögern verwickelt er die Neuankömmlinge in ein Gespräch. Charmant. Berechnend. Woher sie kommen? Ob sie allein reisen? Wie lange sie bleiben? Es ist der klassische Fragenkatalog – der erste Schritt auf einem Weg, an dessen Ende oft nur Enttäuschung und Schmerz warten.
Nach dem ersten „Verhör“ setzen Lisa und Birgit ihren Rundgang fort. Sie bleiben wachsam, doch die unsichtbare und kriminelle Gefühlsmaschinerie läuft längst an …
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Ich muss immer wieder lachen wie dumm manche Weiber sind die solchen Kerlen viel Geld geben. Wie oft soll man noch davor warnen?