Gegen das Vergessen und für den Frieden: Weihnachten in Ost- und Westpreußen – ein Fest zwischen Schönheit und Schmerz. Zwischen der Sehnsucht nach Geborgenheit und dem nackten Überleben. Zwischen Heimat und Verlust. Mit  vier ergreifenden Weihnachtsgeschichten führe ich Sie zurück in die Welt der dunklen Wälder und der kristallnen Seen. Ich erzähle von jenen kleinen Funken Menschlichkeit, Hoffnung und Liebe, die selbst im tiefsten Winter und im größten Dunkel nicht verlöschen – sondern wie ein heimliches Licht weiterglimmen.


Ich bin ein Nachgeborener – ein Kind der zweiten Generation der deutschen Vertriebenen. Ein Erbe derer, die aus dem alten Westpreußen kamen – aus jenem Landstrich, den man in meiner Familie immer nur mit einem einzigen, poetischen Satz beschrieb: aus dem Land der dunklen Wälder und der kristallnen Seen. Und ja: dazu gehörte natürlich auch Ostpreußen, untrennbar damit verwoben.

Meine Großeltern väterlicherseits stammten aus der Freien Stadt Danzig. Sie erlebten Anfang des Jahres 1945 – genauso wie mein Vater, seine zwei Brüder sowie Tanten und Nichten – Flucht, Kälte, Bombenhagel, Hunger, Gewalt – und das unvorstellbare Zerbrechen einer Heimat.

Die Hälfte der Familie fand in diesen letzten Monaten des Krieges den Tod. Die anderen trugen die Narben weiter – über das zugefrorene Haff über die eiskalte und stürmische Ostsee bis in dänische Lager, und schließlich in ein kleines Dorf nach Süddeutschland, wo man sie als „fremde Deutsche“ kaum willkommen hieß.


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Ich erinnere mich an meine Großeltern, als sie voller Sehnsucht von der alten Heimat erzählten. Und an meinen Vater. Wie sich ihre Stimmen veränderten, wenn Weihnachten erwähnt wurde.

Denn das Christfest, sagten sie stets, war in Preußen immer etwas Besonderes gewesen: still, tief, warm – selbst im dunkelsten Winter. Man konnte den Schnee fallen hören. Man roch Harz und Tannennadeln. Und man spürte – trotz Armut, trotz Not – ein geheimnisvolles, friedliches Licht.

Es waren diese Erzählungen, die mich geprägt haben. Nicht Heldentum, nicht Hass, nicht Politik. Sondern die ganz einfachen, leisen Bilder vom Fest – mitten in einer Welt, die am Zerbrechen war und schließlich auch endgültig zerbrach

Das vorliegende Büchlein ist deshalb eine Sammlung von Weihnachtsgeschichten aus verlorener preußischer Heimat – Geschichten von Licht im Dunkel, von Menschlichkeit, von Augenblicken des Friedens, die sich selbst gegen den Krieg behaupteten.

Ich habe sie aufgeschrieben, weil sie nicht verloren gehen dürfen. Und damit nie vergessen wird, wie kostbar Frieden ist.

Anmerkung: Um den »Flair« jener Zeit einzufangen, habe ich meinen Schreibstil bewusst daran angelehnt.

Enthalten sind die Novellen:

»Die Schritte im Schnee« – Heimkehr in der Christnacht

 »Die Glocke unter dem Eis«

 »Eine Weihnachtskerze im Trümmerwinter«

 »Wolfskinder – Weihnachten im Niemandsland«

Ein literarisches Erinnern – gegen das Vergessen und für den Frieden.


Tauchen Sie mit mir an Weihnachten in das Land der dunklen Wälder und kristallnen Seen ein:

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