Ende der 1960er Jahre existierte in Kalifornien ein dichtes Geflecht aus Satanskulten, gewalttätigen Biker-Gangs und okkulten Zirkeln, in denen Blutrituale, Drogen, sexuelle Gewalt und radikale Indoktrination zum Alltag gehörten. Recherchen von Autoren wie Maury Terry und Ed Sanders belegen Verbindungen zwischen diesen Gruppen, organisiertem Verbrechen – und dem Umfeld von Charles Manson. Tieropfer, mutmaßliche Menschenopfer, Kannibalismus und ritualisierte Gewalt waren Teil eines Milieus, das den Nährboden für Mansons Ideologie bildete. Der Blick hinter die Kulissen zeigt: Der Manson-Kult war kein isoliertes Phänomen, sondern Teil eines größeren, düsteren Netzwerks.
Tatsächlich existierten zu jener Zeit eine ganze Reihe verschiedener Kulte und Gruppierungen, in denen sich alle Spielarten des Satanismus in den verschiedensten Mischungen, in blutigen Ritualen und bizarren Riten offenbarten und selbst indoktrinäre Methoden samt Drogen anwandten.
Die Struktur dieser Gruppen war faschistisch, denn die gesamte Macht gehörte ihren Anführern.
So etwa The Jokers Out of Hell, The Straight Satans, The Coffin Makers, die Gypsy Jokers, der Kirke Order oft the Dogblood, der bei Voll- und Neumond schwarze Hähne, Katzen und Ziegen opferte, um deren Blut zu trinken.
Ferner die Satan Slaves oder der homosexuelle Thanatos-Kult.
Vor allem Maury Terry (und andere Autoren) lieferte in seinem Buch The Ultimate Evil (S. 590 – 611) Informationen über die Verbindungen zwischen Rauschgift, Pornographie und satanischen Kulten. Ebenso enge Beziehungen zwischen kalifornischen Zirkeln und Charles Manson.

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So hatte sich etwa das Four Movement der totalen Huldigung des Bösen verschrieben und brachte neben Tier- auch Menschenopfer dar.[i] Dieser Kult praktizierte unter anderem Hämatophagie (vereinfacht: »Bluttrinken«) und Kannibalismus.
Ed Sanders schrieb in Hinblick der Four P Society, dass ihre Anhänger Zeremonien im Freien abhielten, einen drachengeschmückten Holzaltar benutzten, bei dem es sich um einen holzgeschnitzten Schrein mit Tiermotiven handelte sowie einen tragbaren, hölzernen, mit einer Mulde versehenen Leichenschautisch, auf den man das Opfer legte und festschnallte.
Das Hinrichtungswerkzeug bestand aus einem Set von sechs Messern, die in einer ballförmigen Halterung verschweißt waren. »Die Messer waren verschieden lang: wenn der Todesball sich auf den Altar herabsenkte, drangen zuerst die längeren Messer auf der einen Seite des Werkzeugs in die Magengrube ein und dann die beiden kürzeren Messer auf der anderen Seite des Instruments in das Herz – so verrichteten die Verehrer des Bösen das Böse. Das Herz wurde von den Ritualisten verzehrt«.
Nach der Opferung wurden die Überreste in einem transportablen »Krematorium« verbrannt, sprich beseitigt. »Es war ein kranker Haufen (Sanders).«[ii]
Ein Zeuge, der Opferungen in der Abgeschiedenheit der Berge von Santa Cruz (beziehungsweise in der Gegend des O’Neil Parks in den Santa Ana Mountains) beigewohnt hatte, berichtete davon, dass dabei rund vierzig jüngere und etwa fünfzehn ältere Leute anwesend waren.
Auch Hunde wurden getötet. Tatsächlich fand die Polizei im Juni 1968 in der Gegend von San José, Santa Cruz und Los Gatos Überreste von ausgebluteten und enthäuteten Hunden.
Dazu erklärte der Tierheimleiter von Santa Cruz: »Wer immer das getan hat, muss ein Meister im Umgang mit dem Messer sein. Die Haut wurde abgelöst, ohne dem Fleisch auch nur einen Kratzer zuzufügen. Das Sonderbare aber ist, dass man diese Hunde völlig hat ausbluten lassen.«[iii]

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Der Kontakt zu einigen Satanskulten, wie etwa den Straight Satans, den Satan Slaves – beiden schmückten sich übrigens mit den Initialen »S.S.«, wobei die letzteren ebenso bei einem Ku-Klux-Klan-Treffen gesehen wurden – den Jokers Out of Hell oder der brutalen, sadistischen Biker-Gang Gypsy Jokers, zu denen Manson enge Beziehungen hielt, lösten bei ihm eine gewalttätige »Reflexion« aus (Sanders).
Die Gypsy Jokers, von denen nach Angaben der kalifornischen Polizei Mitglieder von Satanskulten rekrutiert worden waren, veranstalteten sogenannte »turnouts«, wie sie die Vergewaltigung einer Frau durch die ganze Gang nannten.
Dabei wurden die Opfer fast umgebracht, getreten, geschlagen, gewürgt. Oft mussten sich die gequälten und geschändeten Frauen beim Oralverkehr übergeben, während vier Männer sie festhielten und ins Gesicht schlugen, wenn sie nicht gehorchten.[iv]
Ed Sanders deckte mit seinen Recherchen noch einen weiteren Kult auf, den er allerdings nicht benannte. Ihm soll sich unter anderem auch Manson angeschlossen haben: »(…) es war eine rassistische Horde, die Schwarze hasste, Ihre Mitglieder beteten Hitler an und speziell das Hakenkreuz. Manson hatte eine große Vorliebe für das Hakenkreuz, er schmückte Briefe damit, und manchmal malte er es auf die Stirn oder die Herzgegend von Teufelsbildern.« (Sanders).
Ferner berichtete der Journalist auch vom Meister einer Teufelssekte, dem man nach dem Verspeisen eines Herzens festnahm und unter Mordanklage stellte.[v]
Eine andere Gruppe in Hollywood hatte seinen Tempelraum mit Skeletten und Mumien ausgestattet, auf die die Satanisten ziemlich stolz waren.
»Prunkstück war ein verdeckter Altar, der aus einem mit Formaldehyd gefüllten Behälter bestand, der den Körper eines wahrscheinlich totgeborenen Säuglings enthielt.
Dieser Körper soll der des Sohnes des Kultführers gewesen sein, den er in Anlehnung an den Film Rosemarys Baby Adrian nannte.«[vi] (Schmidt)
FORTSETZUNG FOLGT!

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Quellen:
[i] Vgl. Joachim Schmidt: Satanismus – Mythos und Wirklichkeit, München 1992, S. 146, 147 sowie: Ed Sanders: The Family – Die Geschichte von Charles Manson, Reinbek bei Hamburg 1995, S. 66, 67, 119 und: Carol Greene: Mörder aus der Retorte – Der Fall Charles Manson, Wiesbaden-Nordenstadt 1992, S. 28
[ii] Ed Sanders: The Family – Die Geschichte von Charles Manson, Reinbek bei Hamburg 1995, S. 71
[iii] Ed Sanders: The Family – Die Geschichte von Charles Manson, Reinbek bei Hamburg 1995, S. 119, 120
[iv] Vgl. Ed Sanders: The Family – Die Geschichte von Charles Manson, Reinbek bei Hamburg 1995, S. 66, 71, 101, 118, 137
[v] Vgl. Ed Sanders: The Family – Die Geschichte von Charles Manson, Reinbek bei Hamburg 1995, S. 118, 144
[vi] Vgl. Joachim Schmidt: Satanismus – Mythos und Wirklichkeit, München 1992, S. 150
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