PANIKMACHE WELTUNTERGANG! Von Hon-Ming Chen, der Gottes Auftritt im Fernsehen ankündigte – bis zu Shōkō Asahara, dessen Endzeitwahn in Terror mündete: Zwischen absurder Farce und tödlichem Fanatismus zeigt sich, wie falsch verkündete Apokalypsen mal verpuffen – und ein anderes Mal in schrecklicher Gewalt eskalieren.


Weltuntergang auf Kanal 18: Die gescheiterte TV-Apokalypse

Apokalyptische Prophezeiungen waren kein rein amerikanisches Phänomen. Auch in Asien traten immer wieder selbsternannte Verkünder des Weltendes auf – mit ebenso durchschlagendem Misserfolg.

Einer von ihnen war Hon-Ming Chen, Gründer der Sekte Chen Tao, auch bekannt als „God’s Salvation Church“. Anfang der 1990er-Jahre in Taiwan gegründet, verband die Bewegung religiöse Endzeitfantasien mit Elementen aus der Science-Fiction.

Ihre Anhänger glaubten allen Ernstes, die Erde sei bereits mehrfach (genauer: viermal!) untergegangen. Nur wenige Menschen hätten überlebt – angeblich gerettet von fliegenden Untertassen, die sie evakuierten und später zurückbrachten, um die Welt neu zu bevölkern.

Ein Szenario zwischen Bibel und B-Movie.

Den nächsten Weltuntergang terminierte Chen auf August 1999. Doch zuvor, so verkündete er, werde sich Gott höchstpersönlich zeigen – im Fernsehen. Genauer gesagt: am 25. März 1998 auf Kanal 18.

Als an diesem Tag jedoch schlicht das reguläre Programm lief, blieb auch die göttliche Erscheinung aus. Chen sah sich gezwungen, das Offensichtliche einzuräumen: Er hatte sich verrechnet.

Ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte gescheiterter Weltuntergangspropheten.

Dieses Mal – im Gegensatz zu anderen – ohne Tote.


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Giftgas statt Weltuntergang: Die tödliche Apokalypse des Shōkō Asahara

Ein weiterer selbsternannter Weltuntergangspropheten war der Japaner Shōkō Asahara, geboren als Chizuo Matsumoto.

Als Gründer und Anführer der Sekte Ōmu Shinrikyō, die sich später im Aum-Sekte umbenannte, inszenierte er sich als spirituelles Oberhaupt mit absolutem Wahrheitsanspruch.

Nach einer Indienreise behauptete Asahara, Erleuchtung erlangt zu haben. Aus Fragmenten des Hinduismus und Buddhismus konstruierte er eine eigene Lehre – mit sich selbst im Zentrum: als einzig Reiner, als Auserwählter, von seinen Anhängern verehrt wie eine Mischung aus Christus und dem Gott Shiva.

Auch er predigte den Weltuntergang – und verschob ihn immer wieder.

Zunächst auf 1999 datiert, dann auf 1997, schließlich auf 1995.

Doch anders als viele andere blieb es hier nicht bei Worten.

Am 20. März 1995 verübten Mitglieder seiner Sekte einen Giftgasanschlag in der Tokioter U-Bahn.

13 Menschen starben, mehr als 5.000 wurden verletzt oder mussten medizinisch behandelt werden.

Die angekündigte Apokalypse blieb aus – doch der Terror war real.

Für diese Verbrechen wurde Asahara 2004 zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung erfolgte erst 14 Jahre später, am 6. Juli 2018.

Ein weiterer „Prophet“, dessen Weltuntergang nicht eintrat – dessen Gewalt jedoch umso verheerender war.

Quelle: https://www.esquire.de/entertainment/true-crime/apokalypse-mythen-weltuntergang-vorhersagen-falsch


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