Ein Sex-Symbol auf dem Höhepunkt seines Ruhms, ein selbst ernannter Satanspriester und eine Todesprophezeiung, die wenige Monate später auf erschreckende Weise Wirklichkeit zu werden schien: Die Geschichte von Jayne Mansfield und Anton LaVey gehört zu den düstersten Legenden Hollywoods. Zufall, nachträgliche Mystifizierung – oder steckt hinter der Geschichte mehr, als gemeinhin bekannt ist?
Sex und Satanismus üben auf bestimmte Menschen seit jeher eine geradezu magische Anziehungskraft aus. Selbst einige Prominente konnten sich der Faszination des Okkulten nicht entziehen.
Eine der bekanntesten Schauspielerinnen, die tatsächlich mit Anton LaVey und dessen Church of Satan in Verbindung stand, war ausgerechnet Jayne Mansfield, eines der großen Sexsymbole der 1950er- und 1960er-Jahre.
Mansfield interessierte sich für Okkultismus, Magie und außergewöhnliche sexuelle Praktiken. In der einschlägigen Literatur wird zudem ihre Beschäftigung mit den Vorstellungen Aleister Crowleys und dessen Sexualmagie beschrieben.
Besonders öffentlichkeitswirksam war jedoch ihre Verbindung zu Anton Szandor LaVey, der 1966 in San Francisco die Church of Satan gegründet hatte.
Das Sexsymbol und der Satanist
Mansfield und LaVey ließen sich gemeinsam fotografieren. Gerade diese Aufnahmen sollten später geradezu ikonisch werden und wurden in Büchern, Zeitungen und Dokumentationen immer wieder verwendet, wenn über die angeblich dunkle Seite des Hollywood-Stars berichtet wurde.
Doch die Geschichte bekam schon bald eine weitaus düsterere Wendung.
Eine entscheidende Rolle spielte dabei der Anwalt Sam Brody. Mansfield war seine Klientin und unterhielt zugleich eine Beziehung mit ihm, obwohl Brody verheiratet war.
Brody soll Mansfield Verbindung zu LaVey ausgesprochen missbilligt haben. Besonders das sogenannte Baphomet-Medaillon, das sie trug, soll ihn in Rage versetzt haben.
Nach den später verbreiteten Darstellungen eskalierte der Konflikt schließlich. Brody habe gedroht, LaVey öffentlich als Scharlatan zu entlarven und bloßzustellen.
Und LaVey?
Der soll mit einer geradezu unheimlichen Prophezeiung geantwortet haben:
»Du wirst in einem Jahr tot sein.«
LaVey behauptete später außerdem, gegen Brody ein sogenanntes Zerstörungsritual durchgeführt zu haben. Gleichzeitig habe er Mansfield davor gewarnt, weiterhin mit Brody zusammen zu sein, weil sie sonst mit ihm ins Verderben gerissen werden könnte.
Natürlich beweist eine solche Erzählung keinerlei übernatürlichen Zusammenhang. Doch für die Legendenbildung um Mansfield, Brody und LaVey wurde das, was anschließend geschah, geradezu zum perfekten Stoff.

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»Priesterin« der Church of Satan
LaVey bezeichnete Mansfield später unter anderem als ein »lüsternes, laszives Teufelsweib« und behauptete, sie habe eine geradezu natürliche satanische Persönlichkeit besessen.
Er verlieh ihr schließlich sogar den Titel einer „Priesterin“ der Church of Satan.
Mansfields Interesse am Okkulten soll keineswegs nur oberflächlich gewesen sein. Nach den entsprechenden Darstellungen beschäftigte sie sich intensiver mit Magie und Hexerei. Sie soll sogar geglaubt haben, LaVey könne ihr mittels seiner geistigen Kräfte einen Inkubus schicken – nach altem Dämonenglauben ein männliches Geistwesen, das Frauen im Schlaf sexuell heimsucht.
Auch während einer Vietnam-Tournee soll Mansfield über Satanismus gesprochen haben. Nach späteren Berichten versuchte sie sogar, weitere prominente Frauen aus Hollywood für LaVeys Bewegung zu interessieren.
Dann kam der 29. Juni 1967.
Die Todesfahrt
Es war 2.25 Uhr morgens.
Jayne Mansfield war gemeinsam mit Sam Brody und dem Fahrer Ronnie Harrison in einem Buick Electra auf dem U.S. Highway 90 in Louisiana unterwegs. Drei ihrer Kinder schliefen auf dem Rücksitz.
Vor dem Wagen befand sich ein Lastwagen.
In der Dunkelheit und bei eingeschränkter Sicht raste der Buick unter das Heck des vorausfahrenden Fahrzeugs.
Der Aufprall war verheerend.
Jayne Mansfield, Sam Brody und Ronnie Harrison starben.
Die drei Kinder auf dem Rücksitz überlebten verletzt.
Damit war aus LaVeys angeblicher Todesprophezeiung eine Legende geworden.
Denn zwischen seinem angeblichen Fluch gegen Brody und dessen Tod waren nur wenige Monate vergangen.
In der Öffentlichkeit wurde deshalb bald darüber spekuliert, ob LaVey auf irgendeine Weise eine »Mitschuld« an der Tragödie getragen habe.
Für einen tatsächlichen kausalen Zusammenhang gibt es jedoch keinen Beweis. Der Unfall lässt sich durch reale Umstände erklären. Die angebliche Prophezeiung und LaVeys später erzählte Rituale verliehen der Katastrophe allerdings jene unheimliche Aura, von der die Geschichte bis heute lebt.
»Hail Satan! Hail Jayne!«
Damit war die Geschichte noch nicht beendet.
Nach Mansfields Tod hielten LaVey und Mitglieder seiner Church of Satan eine Zeremonie zu ihrem Gedenken ab.
Dabei wurde nach ihre »Lebenslust und ihre Bereitschaft, eine Religion aus ihrem hedonistischen, materialistischen und eigennützigen Streben zu machen« gewürdigt.
Das Ritual soll mit zwei Ausrufen geendet haben:
»Hail Satan!«
und:
»Hail Jayne!«
Doch Jayne Mansfield war keineswegs die einzige weltberühmte Schauspielerin, die Anton LaVey später mit seinem Leben in Verbindung brachte.
Die andere war sogar noch berühmter.
Ihr Name:
Marilyn Monroe.
Mehr dazu in Teil 2!



