"Hinter dem Dorf die Hölle": Schulfilm über KZ

Nachfolgend ein Beitrag vom 21.03.13 zu meinem Film „Hinter dem Dorf die Hölle“ vom Blog:

http://studgenpol.blogspot.de/2013/03/ein-schulfilm-von-guido-grandt-uber.html?showComment=1364237289626

Ein Schulfilm von Guido Grandt über Konzentrationslager

Der investigative Journalist Guido Grandt hat gestern abend in Berlin einen neu von ihm produzierten Film vorgestellt: „Hinter dem Dorf die Hölle – Die vergessenen Konzentrationslager auf der schwäbischen Alb“ (siehe auch seinen diesbezüglichen Blogbeitrag).

Abb. 1: Filmvorführung gestern Abend in Berlin am Südrand des Tiergartens

3.500 Menschen aus allen Teilen Europas starben 1944 und 1945 in Dörfern an der Bahnlinie südlich von Tübingen an Unterernährung, Überanstrengung, Quälereien, durch Erschießungen in von der SS unterhaltenen Konzentrationslagern. Diese Menschen arbeiteten im Ölschiefer-Abbau zur Gewinnung von Treibstoff, der zur Deckung des immensen Treibstoff-Bedarfes für die Kriegsführung – auch oder gerade in der Endphase des Zweiten Weltkrieges – hatte beitragen sollen.

Abb. 2: Anschließende Diskussion mit Guido Grandt (ganz links) und Gedenkstätten-Betreibern

Guido Grandt, dessen Zugang zum Thema zunächst einfaches heimatkundliches Interesse war, hat dazu aus eigenem Antrieb heraus einen sogenannten „Low-Budget-Film“ produziert, der insbesondere als Schulfilm gedacht ist und als solcher auch von der Landesregierung Baden-Württemberg genehmigt worden ist.

Grandt sagt, daß er längst nicht alles vorhandene Material und alle Fragestellungen in den 42 Filmminuten hatte aufarbeiten können und daß er gerne noch einen zweiten Teil produzieren würde. Offene Fragen sind zum Beispiel, ob die Unterernährung in den Konzentrationslagern vor allem eine Folge der damaligen Ernährungslage in Deutschland war, die sich infolge der Mißachtung des Lebens von KZ-Häftlingen auf diese nur in besonders scharfer Weise ausgewirkt hat. Und so wurden in der Diskussion noch viele weitere offene Fragen angesprochen.

Guido Grandt wies abschließend auch darauf hin, daß man viele nationalsozialistische Täter auf unteren Hierarchieebenen nach 1945 verurteilt hätte. So auch die Lagerleiter und Teile der Wachmannschaften dieser Konzentrationslager durch die französische Besatzungsmacht in den Rastatter Prozessen. Daß aber gerade viele Persönlichkeiten in führenden Positionen ihre Mitverantwortung verschwiegen und nach 1945 in der Politik weiter Karriere gemacht haben. Ein weiteres, noch zu wenig ins Bewußtsein der Öffentlichkeit gedrungenes Thema, das wir ja hier auf dem Blog schon ausführlich behandelt haben.

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