Seit der Zeit des ersten Kaisers, des ersten deutschen Cäsaren Otto I., waren die Ungarn, die Magyaren, die kriegerischen Reitnomaden, die ursprünglich am Ural beheimatet gewesen waren, gefürchtete Todfeinde des Reiches. Mit ihren Tugenden von Kampfeslust, Vitalität und Todesmut waren sie allen anderen martialisch überlegen. Die Menschen der damaligen Zeit schlugen das Kreuz, wenn sie nur den Namen der Magyaren hörten, fügten gar am Ende des Vaterunsers den Satz an: „…de sagittis Hungarorum libera nos, domine! – … auch befreie uns von den Pfeilen der Ungarn, o Herr!“

Die Magyaren waren die „Rache des großen Gottes“. „Von ihm über euch zur Geißel erkoren. Und alle, die wir von den eurigen töten, werden uns im Jenseits dienen“, wurde diesbezüglich verlautbart.

MORDKOMPLOTT SARAJEWO 1914: „Freimaurerfeind“ Franz Ferdinand (1)

Im Jahr 955 v. Chr. überschritten die Magyaren unter ihrem gefürchteten Führer Horka Bulcsú, einem Angehörigen einer altungarischen Kriegeraristrokatie, mit einem riesigen Heer von über 100.000 wilden Reitern, die Grenzen nach Bayern, Schwaben, Franken und Lothringen; raubten, mordeten, verwüsteten und plünderten.

Otto I. stellte sich ihnen mit einem deutschen Heer entgegen. Es kam zur berühmten „Lechfeldschlacht“, bei der die Magyaren, die ein halbes Jahrhundert der Alptraum Europas gewesen waren, so vernichtend geschlagen wurden, dass sie sich nie mehr davon erholten.

Vielleicht rührte daher die Antipathie des Thronfolgers vor den Magyaren her. Denn längst schon hatten in jener Zeit die Ungarn klar gemacht, dass auch sie in der k. und k.-Monarchie eine größere Eigenständigkeit anstrebten, stellten sogar die gemeinsame Armee in Frage, bis Kaiser Franz Joseph ein Machtwort sprach.


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„Mein Vater hasste nicht alle Ungarn, er hatte nur etwas gegen die magyarische Führungsschicht, die nur an sich und die Aufrechterhaltung ihrer Privilegien dachte“, bekundete später Ferdinands Tochter Sophie Nostitz (Weissensteiner, S. 179). Mit Führungsschicht war wohl die ungarische Adelsoligarchie, sowie die Führer der Unabhängigkeitspartei gemeint, deren Ziel es war, die vollständige Selbständigkeit von der Donaumonarchie zu erreichen.

Dazu sollte man wissen, dass die bedeutendsten ungarischen Adelsgeschlechter an den Anfängen der Wiener Freimaurerei beteiligt waren, wie beispielsweise Apponyi, Bánffy, Batthyány, Esterházy, Festecics, Forgách, Gyulay, Pálffy, Szapáry, Teleki. Bis 1900 stieg die Zahl der Bauhütten auf 46 Logen, 1918 waren es bereits 86. Der Einfluss der Logenbrüder wurde also von Jahr zu Jahr größer (IFL, S. 858ff.).

„Als Hauptvertreter der von ihm gehassten Adelsclique betrachtete der Thronfolger (…) Die Grafen Tisza, Andrássy und Apponyi“, erklärt der Publizist Friedrich Weissensteiner (S. 180).

Graf Stephan Tisza, ungarischer Ministerpräsident selbst war wohl kein Freimaurer, nahm aber mehrmals freimaurerische Dienste zu „patriotischen“ Interventionen in Italien und Rumänien in Anspruch, wie es heißt (IFL, S. 840, 841, 860).

Dahingehend war Graf Julius Andrássy nicht nur ehemaliger ungarischer Ministerpräsident und österreichisch-ungarischer Außenminister sowie Mitbegründer des Dreierbundes (Österreich, Ungarn, Deutschland), sondern auch Freimaurer, der in Paris in die Loge Le Mont Sinai eingetreten war (FL, S. 75, 76). Albert von Apponyi gehörte ohnedies einem traditionellen maurerischen Adelsgeschlecht an (IFL, S. 858). Ein anderes prominentes ungarisches Freimaurermitglied (einst eingeführt in die Loge Szt. István) war Theodor Graf Csáky, Präsident des Bundesrates und Zugeordneter Großmeister des Großorients von Ungarn (IFL, S. 199).

Der Thronfolger unterstützte deshalb auch die Idee, die Vormachtstellung der ungarischen Adelsoligarchie mit Hilfe des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechtes zu brechen.

„Das Vorhaben ist bekanntlich am geschlossenen Widerstand der magyarischen Politiker fast aller Parteischattierungen gescheitert. Für eine gewaltsame Einführung des allgemeinen Stimmrechtes, an die Franz Ferdinand dachte, war der Kaiser jedoch unter keinen Umständen zu haben (…) Als Axiom seiner Reformpläne stand für Franz Ferdinand jedenfalls die Brechung der magyarischen Vorherrschaft im Gesamtgefüge der Monarchie unverrückbar fest“ (Friedrich Weissensteiner, S. 181, 182).

Der Thronfolger wusste wohl sehr genau um den bereits 1871 durch den Großorient von Frankreich (Grand Orient de France) gegründeten freimaurerischen Großorient von Ungarn sowie den angeschlossenen Logen, die sich, keinesfalls wie üblich, der deutschen, sondern der ungarischen Sprache bedienten (wie beispielsweise die nach Schottischem Ritual arbeitenden Logen Hungária, Könyves Kálmán oder Összetartás).

Günther K. Kodek schreibt in seinem Buch Zwischen verboten und erlaubt – Chronik der Freimaurerei in der österreichisch-ungarischen Monarchie 1867-1818 und der I. Republik 1918-1938: „In vielen ungarischen Logen sind darüber hinaus starke nationalistische Strömungen zu finden und so mancher ungarischer Bruder meint, die offizielle Zweisprachigkeit der Symbolischen Großloge von Ungarn solle doch endlich beendet werden …“

Diese nationalistischen Tendenzen in den ungarischen Freimaurerlogen, die sich damit gegen die Doppelmonarchie stellten, blieben Franz Ferdinand ganz sicher nicht verborgen, ermunterten ihn wohl geradezu, gegen die Magyaren vorzugehen; sah er durch sie vielleicht seine Stellung und das Reich an sich gefährdet.

Auch die serbische Freimaurerei wurde zum „Feind“ – oder umgekehrt, je nachdem, welchen Standpunkt man vertrat. Bereits 1908 erließ der damalige serbische Ministerpräsident Svetomir Nikolajević einen Aufruf an sämtliche Freimaurerlogen in Europa, worin er diese aufforderte „den Serben in ihrem Kampf gegen Österreich die werktätige Unterstützung aller maurerischen Brüder zuteil werden zu lassen“ (Eggert (1), S. 264). Das war bedeutend, denn Nikolajević war nicht irgendwer, sondern, wie bereits angesprochen unter anderem Ministerpräsident Serbiens und Hochgradmaurer: 1878 aufgenommen in die Belgrader Loge Luce dei Balkani, Mitbegründer der Belgrader Logen Srpska Zadruga und Pobratim, Mitglied der Loge Sloga, Rad i Postojanstvo, Meister vom Stuhl  und Ehrmeister der Loge Pobratim und stellvertretender Großkommandeur des Supréme Conseil für Jugoslawien (IFL, S. 608).

Fassen wir an dieser Stelle noch einmal die äußerst wichtigen und von den meisten historischen Betrachtungen ausgeblendeten Sachverhalte zusammen: Franz Ferdinands erbittertsten Gegner in Ungarn waren also allesamt entweder selbst mächtige Freimaurer, oder bedienten sich derer Hilfe. Um die maurerische Macht zu brechen, wollte der Erzherzog sogar gewaltsam das allgemeine Stimmrecht einführen und damit den Freimaurer-Adel bekämpfen.

In den Deutschen und den deutschsprechenden Österreichern und Deutschböhmen – dem zweiten Staatsvolk der österreichisch-ungarischen Monarchie  – hingegen sah Franz Ferdinand das bindende Element im habsburgischen Vielvölkerstaat. So waren mit einer Ausnahme auch alle Informatoren des Erzherzogs Deutsche. Mit seinem Freund, dem deutschen Kaiser Wilhelm II., der im übrigen kein Freimaurer war, plante er früher oder später eine unvermeidliche Abrechnung mit dem russischen Panslavismus.

Von England hielt der Thronfolger nicht viel, weil er der britischen Politik misstraute (unterhielt zum englischen Königshaus jedoch gute Beziehungen), ebenso wenig von den Amerikanern – die Demokratie missfiel ihm. Auch war er kein Freund Frankreichs. In ihm sah er die Brutstätte der liberalen, freimaurerischen und sozialistischen Strömungen der Zeit (Weissensteiner, S. 95, 198). In den Logen vermutete er Monarchiefeindliche Umtriebe (die zum Teil natürlich vollkommen berechtigt waren). Franz Ferdinand meinte gar (in einem Brief von 1908), dass die Monarchie „total in den Händen von Juden, Freimaurern, Sozialisten und Ungarn steht und regiert wird (…) das ist des Pudels Kern.“ Allerdings verschmähte er es nicht beim Haus Rothschild Kredite aufzunehmen, wenn er Geld brauchte (Weissensteiner, S. 209).

Den Plänen Franz Ferdinands zum Umbau der Monarchie standen die österreichischen Sozialdemokraten im Wege, die bereits 1899 beim Brünner Parteitag ihrerseits ein Reformprogramm verkündet hatten, das die Umwandlung des kaiserlichen Österreichs in einen demokratischen Nationalitäten-Bundesstaat vorsah.

Auch der später so populär gewordene Begründer der Ersten und Zweiten österreichischen Republik, Karl Renner wollte die Zerschlagung der Kronländer. Österreich sollte zu einem in sich selbst verwaltenden (in demokratische Kreise aufgeteilten) Reich mit Zentralparlament und Zentralregierung, sowie ein „Bund freier Völker“ werden (Weissensteiner, S. 191).


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Das was sich anhört wie freimaurerische Dialektik, schien auch eine zu sein. Denn Karl Renner war ein Logenbruder, wie der renommierte österreichische Publizist, Rechts-, Staats- und Politikwissenschaftler, und ehemalige Bundes-Organisationsreferent der ÖVP, Peter Diem in seinem Buch Die Symbole Österreichs erläutert. Hinsichtlich der seltsamen Anordnung von Renners Kopf an dessen Denkmal (eine leichte Verschiebung der Kopfplastik in südlicher Richtung) vermutet er, dass „dies ein letzter Gruß der Freimaurer an ihr prominentes Mitglied Dr. Karl Renner war: der Platz der Gesellen in der Loge ist ja im Süden, im ‚Mittag’. Wenn ein ‚vollendeter Bruder’, also ein Verstorbener, symbolisch zum ‚Großen Baumeister aller Welten’ aufblickt, so ist sein Platz in der Ewigkeit ein wenig südlich der Mitte“ (http://peter-diem.at/Monumente/Renner.htm).

Franz Ferdinand sah also Freimaurer, Juden und Sozialisten als Staatsfeinde an und bekundete dies auch klipp und klar. Seine Monarchie-Reformen standen den liberalen und sozialistischen Plänen der Logenbrüder im Wege. Nicht nur, dass er Freimaurer namentlich verachtete, machte er sich doch mit seiner negativen Einstellung ihnen gegenüber in England, Frankreich, Russland, Serbien, Ungarn und den Vereinigten Staaten unbeliebt. Mehr noch: Er wollte gar die freimaurerische ungarische Adelsoligarchie gewaltsam bekämpfen.

Ferdinand, der 1913 zum „Generalinspekteur der gesamten bewaffneten Macht“ ernannt worden war und damit eine militärische Machtfülle besaß, wie kein anderer zuvor in der Habsburger Geschichte, wollte als legitimer Thronfolger die Donaumonarchie umbauen. Somit wurde er zum Freimaurer-Feind Nummer eins,  selbst wenn jene nicht müde werden zu behaupten, dass ihre Pläne und die des Erzherzogs konform gingen. Trotz der erdrückenden Faktenlage gegen diese Bekundungen, meinten der langjährige Großmeister der Großloge von Österreich, Bernhard Scheichelbauer sowie der Großbibliothekar Gustav Kuéss in 200 Jahre Freimaurerei in Österreich, die Umbaupläne der Doppelmonarchie in ein bundesstaatliches Gebilde durch Franz Ferdinand, wären den „maurerischen Anschauungen von Toleranz gegenüber den Nationen“ entgegengekommen. Dass der Thronfolger keineswegs ein „Freund der Freimaurer“ war, erwähnten sie dabei ebenfalls.

Die Freimaurerei von einer Schuld am Attentat freizusprechen, weil sie scheinbar dieselben Pläne wie Franz Ferdinand hatten, entbehrt wohl jeglichen Sachverstandes und jeglichen Fakten! Ganz im Gegenteil, erklärte doch der vom Grand Orient de France bestellte Logenbruder Francolin auf dem vom 16. bis 17. Juli 1889 in Paris abgehaltenen Hochgrad-Freimaurer-Kongress unter dem stürmischen Beifall der Teilnehmer: „Der Tag wird kommen, an dem bei den Völkern (…) die Monarchien und die Religionen zusammenstürzen werden. Dieser Tag ist nicht mehr ferne. Das ist der Tag, den wir ersehnen. An diesem Tage werden alle Enterbten befreit, alle Ungerechtigkeiten gesühnt, alle Privilegien beseitigt, alle vergewaltigten Provinzen ihr Selbstbestimmungsrecht erhalten. Dann werden alle Großlogen und Groß-Oriente der ganzen Erde sich in einer Weltverbrüderung zusammenfinden (…) das ist das glanzvolle Zukunftsideal, das uns vorschwebt. Unsere Sache ist es, den Anbruch des Tages dieser allgemeinen Verbrüderung zu beschleunigen« (Congress Maconique internationale 1889, pag. 149 in: Congres maconique internationale du Centenaire, Paris 1889. Zitiert durch das Mecklenburgische Logenblatt Nr. 24, 47. Jahrgang, 20. Juli 1919. Seite 198).

Dass die Freimaurer diesen Tag wohl herbeigeführt hatten, zeigt das erfolgreiche Attentat auf Franz Ferdinand, der, ich wiederhole mich, nicht nur einen Umbau der Monarchie wollte, sondern gar eine Aufrechterhaltung und Verfestigung der monarchistischen Ordnung. Die Freimaurer hingegen wollten deren Beseitigung, eine soziale Revolution, hin zu einer Republik.

In einem Bulletin des französischen Groß-Orients vom 2. September 1889, in Bezug darauf, dass der gerade zum deutschen Monarchen gekrönte Kaiser Wilhelm II. nicht dem Freimaurerbund beitreten wollte, hieß es unter anderem: „Da der Kaiser nicht Freimaurer werden will, werden die Freimaurer das deutsche Volk einweihen und wenn die kaiserliche Regierung die Freimaurerlogen verfolgt, werden diese in Deutschland die Republik aufrichten“ (siehe u.a. Steiner-Welz, S. 9).

Eine eindeutige Drohung, die Monarchie mit Hilfe einer bürgerlichen Revolution abzuschaffen, um eine maurerische Republik zu errichten! Auch dies zeigt, dass die Monarchie ein erklärtes Feindbild der Logenbrüder war. Und damit selbstredend in jenen Tagen ihr eiserner Verfechter und Reformer: Erzherzog Franz Ferdinand.

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