Anders Breivik und der "zweite" Amokläufer

21 Jahre Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherheitsverfwahrung – so lautet das Urteil gegen den Massenmörder und mutmaßlichen Freimaurer Anders Breivik im Osloer-Prozess. Die höchstmögliche Strafe in Norwegen.

Es ist also geschafft: der (zunächst so in den Mainstream-Medien dargestellte) „gemeingefährliche“ Psychopath – obwohl voll schuldfähig und zurechnungsfähig – hat endlich das bekommen, was er verdient.

Anders Breivik, der in Oslo und auf der Insel Utoya 77 Menschen tötete, lächelte zufrieden, als er das Urteil vernahm. Für ihn war es das Wichtigste, nicht als verrückt zu gelten. „Ich möchte mich bei allen militanten Nationalisten dafür entschuldigen, dass ich nicht fähig war, mehr zu exekutieren,“ gab er noch zum Besten bevor ihm im Gerichtssaal der Ton abgedreht wurde.

Doch war er tatsächlich der „alleinige“ Täter? Konnte es ihm als Einzelperson wirklich gelingen all dieses Grauen und den Tod zu verbreiten?

Über die Unfähigkeit der Ermittlungsbehörden habe ich hier auf diesem Blog bereits berichtet (siehe Artikel Anders Breivik: “Vertuscht oder versagt? – Die unglaubliche Fehlerliste der Ermittlungsbehörden“), die es zuliessen, dass Breivik diesen Amoklauf durchführen konnte. Aber wirklich alleine?

Zweifel werden laut. Schon lange. Zunächst hatte ein Kriposprecher der Online-Ausgabe der Zeitung „Verdens Gang“ berichtet: „Wir haben mehrere übereinstimmende Zeugenaussagen, wonach es einen zweiten Täter geben soll. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das aufzuklären.“ Später hat die norwegische Polizei dies wieder dementiert.

Doch es gibt Augenzeugen, die einen zweiten Schützen gesehen haben wollen. Wie Marius Røset, einer der Überlebenden: „Ich bin ganz sicher, dass von zwei verschiedenen Stellen aus gleichzeitig geschossen wurde“.

Den Aussagen der Überlebenden zufolge konnten sie den zweiten Mann sogar beschreiben: Etwa 1.80 m groß, dichtes, dunkles Haar, sah „nordisch“ aus. Er soll mit einer Pistole und einem Gewehr bewaffnet gewesen sein.

Auch der Augenzeuge Aleksander Stavdal bestätigt dies: „Ich bin absolut sicher, dass es zwei Personen waren, die geschossen haben. Ich habe mich umgedreht, als ich weggelaufen bin. Ich habe gesehen, wie die die Leute einfach abgeknallt haben. Wir dachten, unser Leben ist vorbei, während wir liefen. Viele riefen ihre Eltern zu Hause an, um sie ein letztes Mal zu sprechen.“

Also auch in  Norweger das gleiche „Amoklauf-Muster“ wie beispielsweise in Winnenden oder jüngst in Aurora? Demnach rücken zunächst zwei Täter in den Fokus der Ermittler, Zeugen beschreiben diese sogar und wenig später wird alles wieder dementiert, nach dem Motto: die Augenzeugen lügen, wir (Polizei, Geheimdienst, Staatsanwaltschaft) wissen die Wahrheit.

Darüber sollte einmal ernsthaft nachgedacht werden.

Quellen:

Der Spiegel 35/2012, S. 98

http://de.ibtimes.com/articles/24400/20110725/norwegen-zeugen-berichten-von-zweiten-sch-tzen-auf-der-insel-utoya.htm

http://www.n-tv.de/politik/Norwegen-erwacht-in-einem-Albtraum-article3883866.html

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